Neuer Trend: Social Bookmarks - Gefahr für die Blogs?
Gamer und Filesharer
Besonders praktisch sind Social Bookmarks für spezielle Interessensgruppen, beispielsweise Wissenschaftler. Diese könnten zwar auch über ein normale Suchmaschine suchen, das wäre aber langsamer und umständlicher. Denn die Ergebnisse und Relevanzen werden bei Google maschinell erhoben - Social Bookmarks sind redaktionell zusammengestellte Links.
Außerdem wird so wirkungsvoll altes von neuem getrennt. Zwar lassen sich auch über eine News-Suchmaschine neue Inhalte finden, jedoch handelt es sich dabei um Nachrichten. Außerdem stammen diese Nachrichten meist aus dem Mainstream, Spezialgebiete wie Medizin oder Chemie kommen nur am Rande vor.
Innerhalb solch abgeschlossener Gemeinschaften ergeben Social Bookmarks aber am meisten Sinn. Innerhalb einer Gamer-Community könnten die E-Sportler interessante Links tauschen; Filesharer können sich hier auch ihren Interessen entsprechend einbringen.
Doch natürlich hat das Social Bookmarking auch Nachteile: Das gesamte System unterliegt keiner Hierarchie. Die einzige Ordnung wird durch die Tags hineingebracht. Außerdem werden Synonyme nicht aussortiert: "Filesharing" und "Tauschbörse" müssten eigentlich ähnliche Ergebnisse liefern, sind aber eigene Kategorien - unter Umständen mit denselben Artikeln.
Gefahr für Linkblogs?
Wenn Social Bookmarks das Netz erobern, werden reine Linkblogs verschwinden - wozu sollte man sie lesen, wenn entsprechende Links bei den Social Bookmarks leichter zu finden sind und obendrein noch als mehr oder weniger frei konfigurierbarer RSS-Feed verfügbar sind?
Die liebevoll gestalteten und bekannten Blogs werden wohl kaum verschwinden, vielleicht wird sich nur die Qualität der Blogs bessern - "guck mal, was ich gefunden habe" wird dann als Blog-Eintrag nicht mehr ausreichen.
