Kommerzialisierung nicht ohne Risiko

MP3-Downloads: MP3-Blogger gründen Netzwerk

Eine Reihe von MP3-Bloggern hat sich jetzt zu einem Anzeigen-Netzwerk zusammengeschlossen. Plattenfirmen sollen über das Music Blog Network hunderttausende von potentiellen Fans erreichen können. Doch derartige Kommerzialisierungsversuche könnten auch schlafenden Hunde in einigen Rechtsabteilungen wecken.

Spätestens seit dem Sommer letzten Jahres sind MP3-Blogs in aller Munde. Sie werden von Enthusiasten betrieben, die Rezensionen mit Gossip und MP3s kombinieren - und sich dabei herzlich wenig um die rechtlichen Aspekte der Online-Musikwelt kümmern. Einzelne MP3-Singles werden oftmals kurzzeitig zum direkten Download angeboten, komplette Live-Shows als P2P-Downloads verlinkt. Immer mehr MP3-Blogger bieten zudem ihren eigenen Podcast an - selbstverständlich ohne die nötigen Lizenzen.

Werbung

Abmahn-Risiko bleibt

Das persönliche Fan-Format zieht Leser an und sorgt damit auch bei Plattenfirmen für Aufsehen. Laut Adrants.com wurden bereits Anzeigen für Eminem und Weezer auf MP3-Blogs geschaltet. Jetzt haben einige Blog-Betreiber ihre Seiten zu einem Werbe-Netzwerk kombiniert, um derartige Kampagnen zu vereinfachen. Eine Woche Werbung auf allen neun beteiligten Blogs gibt es bereits für 463 Dollar - Kleingeld im Vergleich zu umfangreichen Banner-Kampagnen.

Doch die Anzeigen-Vermarktungen könnte auch dazu führen, dass sich die beteiligten Weblogger entscheiden müssen: Entweder sie machen weiter wie bisher und riskieren damit Abmahnungen von großen Plattenfirmen. Oder sie achten stärker auf ein rechtlich einwandfreies Vorgehen - und riskieren damit, dass sich ihre Zielgruppe spannendere Websites sucht.