How To: MPEG4-Codec 3ivx D4 4.5.1 konfigurieren
Erweiterte Einstellungen konfigurieren

Keyframe Interval
Das Keyframe-Interval legt fest, nach wie vielen "Delta-Frames" der Encoder wieder ein Keyframe setzen soll. Keyframes sind I-Frames (Inter Frames) und nicht von anderen Frames abhängig. Die zweite Art von Frames sind die P-Frames (Predicted Frames). Für ihre Darstellung ist ein vorhergehendes P- oder I-Frame nötig. Sie sind kleiner als I-Frames - daher rührt zum Teil die Kompression - aber von schlechterer Qualität. Was hier als Delta-Frames bezeichnet wird, sind P-Frames - sie enthalten "Differenzinformationen" zum vorhergehenden I- oder P-Frame.
Der Encoder muss in bestimmten Abständen Keyframes setzen, damit die Bildqualität nicht zu schlecht wird. Außerdem benötigen viele Soft- und Hardware-Player Keyframes zum Spulen. Beim Streaming kann der Strom erst ab einem Keyframe dargestellt werden. In der Voreinstellung von 300 Frames müsste man also beim Streaming schlimmstenfalls erst 12 Sekunden warten, bis es los geht. 3ivx empfiehlt, für Streaming alle 5 Sekunden ein Keyframe zu setzen. Keyframes (und andere Frame-Typen) haben noch weitere Eigenschaften, die im Buch ausführlich beschieben sind.
Die Voreinstellung von 300 Frames (12 Sekunden) ist sinnvoll, obwohl man häufig liest 10*fps=250 sei ein günstiger Wert. Die Unterschiede sind nur geringfügig falls überhaupt vorhanden.
Man kann das Keyframe Interval auf 1 setzen, damit wird jeder Frame zum Keyframe (wie zum Beispiel bei MJPEG) und das Video lässt sich besser schneiden und spulen.
Half Pixel Motion
Bei der Suche nach sich bewegenden Objekten wird der Codec hiermit angewiesen, auch "halbe" Pixel zu berücksichtigen. Dadurch wird die Suche genauer und die Kompression effizienter, allerdings steigt auch die Rechenzeit deutlich an.
Four Vector Motion
Bei der Bewegungssuche werden 16x16 Punkte große Blöcke (Makroblöcke) in aufeinanderfolgenden Frames gesucht, die sich nicht verändert haben (zum Beispiel ein fahrendes Auto). Solche Blöcke werden nur einmal gespeichert. Tritt der gleiche Block erneut auf, wird ein so genannter Bewegungsvektor (Motion Vector) gespeichert, der auf den bereits gespeicherten Block zeigt - das spart Platz. Bei Four Vector Motion wird jeder Makroblock in vier 8x8 Pixel große Blöcke zerlegt, wodurch die Bewegungssuche genauer wird und vier Bewegungsvektoren entstehen. Diese Option sollte man immer einschalten (Voreinstellung), auch wenn sie Rechenzeit kostet.
