How To: Filmanalyse, Codec-Einmaleins und Player-Guide

GSpot

Wer Filme aus unbekannten oder mysteriösen/dubiosen Quellen hat, steht oft vor dem Problem: Der Film läuft nicht. Im Internet gibt es alle erdenklichen Formate - und viele sind falsch deklariert. Das trifft sogar auf Trailer großer Studios zu und erst recht auf die vielen kleinen Filmschnipsel unbekannter Kompressionisten.

Zuerst muss man wissen: Die Endung einer Filmdatei ist nicht so wichtig, sie stimmt oft sowieso nicht oder sagt nichts darüber aus, was wirklich drin ist. Ob MPG, DAT oder AVI - das sagt erst mal gar nichts. Allein im AVI-Container können viele verschiedene Bild- und Tonformate enthalten sein - für jedes Format braucht man einen eigenen Decoder oder Filter. DAT kommt sowohl bei XCDs mit OGM- oder MKV-Containern als auch bei VCDs vor - das sind völlig unterschiedliche Formate. Als Tonformat findet man in AVI-Containern nicht selten WMA-Spuren, die als "DivX-Audio" bezeichnet werden. Zeit also, Licht in dieses Chaos zu bringen.

Fast alle Probleme lassen sich mit der Freeware GSpot lösen. Diese Tage wird eine neue Version erwartet, die noch viel mehr können soll. Aber schon die v2.21 zeigt fast alle Informationen über einen Film, die nötig sind:


Video-Analyse mit GSpot 2.21
Werbung

Das Format der Bildspur erkennt man am so genannten FourCC-Code. Dieser wurde einst von Microsoft eingeführt, befindet sich im Header (Vorspann) einer MPEG4-Datei und legt den Codec fest, der zum Abspielen benutzt werden muss. Software-Player werten den FourCC aus und laden den angegebenen Decoder. Daraus folgt: Durch Ändern des FourCC kann man den Player veranlassen einen anderen Decoder zu verwenden.

FourCC ist ein Relikt aus der Vergangenheit aber immer noch in jeder AVI-Datei vorhanden. Moderne Container wie MP4 verzichten auf den FourCC, weil MPEG4-Video standardisiert ist und jeder MPEG4-kompatible Decoder solche Videos abspielen können muss, egal ob DivX, XviD,. Nero Digital, 3ivx oder andere - ein Decoder reicht. Eine Liste der FourCC-Codes findet sich bei FourCC.org. Ändern lassen sich diese Codes mit dem AVI FourCC Code Changer. Der FourCC ist mit dem Namen des Codecs verbunden, der rechts daneben angezeigt wird, hier: DivX 5.0. Damit ist also der Decoder bekannt, der installiert sein muss, damit diese Bildspur abgespielt werden kann.

Die nächste interessante Information ist das Tonformat. Es ist hier MP3 mit einer Bitrate von 128 kbs stereo und einer Sampling Rate von 48 000 Hz. Das ist ein unproblematisches Format. Windows kann von Haus aus MP3 decoden. Aus der Bitrate kann man noch eine weitere wichtige Information ableiten: Meistens liegt die Bitrate genau bei 96, 128, 160 oder 192 kbs und zwar cbr. cbr heißt Constant Bitrate und bedeutet, dass die Tonspur genau mit dieser Bitrate durchgehend kodiert ist. Wie bei Bildspuren liefert cbr besonders bei hohen Bitraten gute Ergebnisse, bei niedrigen Bitraten ist aber vbr besser. Vbr heißt Variable Bitrate und bedeutet, dass der Audio-Encoder während der Komprimierung die Bitrate dem Bedarf angleicht. Er verteilt sie besser und erzeugt dadurch oft kleinere Dateien bei gleicher oder besserer Qualität. Weicht die Bitrate nur geringfügig von diesen Zahlen ab, zum Beispiel 127, dann liegt vbr vor. Spielt man vbr-Dateien zum Beispiel mit WinAMP ab, sieht man, dass sich die Bitrate ständig ändert.

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Mittelstand Android-Handys Der große Update-Fahrplan

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Android-Smartphones. Nicht alle nutzen aber eine aktuelle Version des freien Betriebssystems. Für welche...



Forum