Anleitung: Analoges Capturing

Den richtigen Codec wählen

Das Ganze hat meines Erachtens eher theoretischen Charakter. Die "richtige" Auflösung ist die, die das System noch ohne dropped Frames bewältigen kann. Das Seitenverhältnis ist dabei ziemlich egal, weil bei der Nachbearbeitung sowieso auf die endgültige Größe resized wird. Es ist einfach so: Bei einer Aufnahme mit 382x576 werden weniger Details erfasst als bei 704x576, 720x576 oder 768x576, deswegen sollte die Auflösung so groß wie möglich gewählt werden.

Durch das spätere Resizen können Auflösungen für alle erdenklichen Endformate hergestellt werden (alles PAL):

  • 720x576 (oder 704x576) für DVD
  • 480x576 für SVCD
  • 352x288 für VCD
  • bis zu 720x576 für DivX

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In der Tat kann man aus einer Aufnahme alle diese Formate und im Prinzip beliebig viele andere herstellen, vorausgesetzt man hat die entsprechenden Codecs oder Encoder.

Der "Purist" nimmt verlustfrei auf und das bedeutet, er nimmt den Huffyuv Codec, einen MJPEG-Codec (nur kommerziell, aber komprimierend) oder gleich AVI uncompressed. Die Datenmengen, die dabei entstehen, liegen für einen Spielfilm weit jenseits der 100-MB-Grenze. Mir ist das viel zu viel und deswegen hole ich den "Holzhammer" raus und nehme verlustbehaftet auf und zwar direkt in DivX. Die Kompression hängt natürlich von den Einstellungen ab (die gleich genau erklärt werden), aber 1:10 bis 1:20 führt noch zu ganz guten Ergebnissen.

Es ist klar, dass damit bereits während der Aufnahme die ersten Artefakte entstehen, dafür ist ein Spielfilm aber nur 5-6 GB groß bei ca. 3000 kbs. Solche "handlichen" Größen kann man noch über das Netzwerk auf einen anderen Rechner zum kodieren kopieren und es schafft weitere Vorteile bei der Nachbearbeitung: Das Demuxen von Bild- und Tonspur kann in den meisten Fällen nicht verhindert werden - und dann wird noch mal soviel Platz fällig, statt 100 MB also 200 MB oder noch mehr.

Die Kompressionsartefakte sind meiner Erfahrung nach zu verschmerzen, weil VHS sowieso stark verrauscht ist und diese Artefakte viel schwerer wiegen. Durch geschickte Nachbearbeitung mit Filtern zum Entrauschen (eventuell auch mit einem Scharfzeichner oder anderen Filtern) wird der Film so stark verändert (im positiven Sinne), dass die DivX-Artefakte praktisch nicht zu sehen sind. Von "Klötzchen" reden wir hier erst gar nicht - diese Zeiten sind lange vorbei - und wabernde einfarbige Flächen werden sauber "entrauscht". Auch das typische Zeilenflimmern, das alle VHS-Aufnahmen zeigen, kann man während der Nachbearbeitung nahezu vollständig entfernen. Wird das Ergebnis zu unscharf, nimmt man Scharfzeichner, obwohl die wieder eigene Artefakte einführen. Später zeige ich einige Scripts, die das ganz einfach erledigen - das Ergebnis ist erheblich besser als das Original - das geht wirklich!

Welchen Codec man nimmt, sollte jetzt einigermaßen geklärt sein. Ich würde auch gerne in 768x576 verlustfrei aufnehmen, nur fehlt mir leider die Hardware dafür.

Mit VirtualDubMod aufnehmen

Für die Aufnahme wird VirtualDubMod verwendet. Andere Abarten wie (das originale) VirtualDub, VirtualDubVCR oder VirtualDubSync funktionieren ganz ähnlich.

1. VirtualDubMod starten und mit "File/Capture AVI..." in den Capture Modus wechseln.

2. Datei für die Aufnahme wählen: "File/Set Capture File". Hier Verzeichnis und Namen der Datei angeben, die den Film enthalten soll (für genügend freien Festplattenplatz sorgen!)