Von VHS auf DVD

Anleitung: Analoges Capturing

VHS ist out, DVD ist in. Was macht man nun mit seinen VHS-Bändern? Am besten auf DVD - egal ob DivX, SVCD oder echte DVD - das geht alles und sogar mit kostenlosen Tools. Der Clou dabei: Die Kopien werden deutlich besser als die Originale! Alles, was man dazu braucht, ist eine billige analoge TV-Karte und ein wenig Hirnschmalz. Alles weitere erklärt dieser Artikel.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Welche TV-Karte ist gut?
  2. 2Videorekorder an PC anschließen
  3. 3Die richtige Auflösung wählen
  4. 4Den richtigen Codec wählen
  5. 5Mit VirtualDubMod aufnehmen
  6. 6Sound-Verarbeitung
  7. 7Nachbearbeitung
  8. 8 Beispiele

Welche TV-Karte ist gut?

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Eigentlich ist es ziemlich egal, welche TV-Karte man einsetzt. Meine ist zum Beispiel eine WinTV von Hauppauge aus dem Jahr 1999 und die Qualität der Aufnahmen ist sehr zufriedenstellend. Wichtig ist die Unterstützung des Chips durch die eingesetzte Software. Das hier verwendete VirtualDubMod und seine diversen Varianten unterstützen die Booktree-Chips sehr gut, deshalb empfehle ich Karten mit diesen Chips. Es gibt auch gute Treiber für andere Chips zum Beispiel für die von Philips, das muss man ausprobieren (mangels solcher Karten kann ich dazu nichts sagen).

Die Treiber sind ziemlich egal, deswegen kann man auch eine alte Karte verwenden, die vom Hersteller nicht mehr gepflegt wird. Wichtig ist, dass ein WDM-Treiber installiert wird - der funktioniert mit allen Windows-Versionen (die WDM unterstützen).
Selbst für die alten WinTV-Karten gibt es WDM-Treiber für XP, die sehr gut funktionieren. Tauchen Schwierigkeiten mit dem Treiber auf, dann sollte man alternativ den WDM-Treiber für TV-Karten von Eduardo Jose Tagle verwenden, der läuft bei mir sehr gut.

Der Treiber ist zum Beispiel dafür zuständig, welche Auflösungen für die Aufnahme zur Verfügung stehen und ob zum Beispiel bei TV überhaupt Sender ausgewählt werden können.

Videorekorder an PC anschließen

Je nach Hardware gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich beschreibe hier mal meinen Aufbau: Aus dem Videorekorder führt ein voll beschaltetes Scart-Kabel. Das verfügt auf der anderen Seite (außer über einen Scartstecker) auch über Cinch-Stecker für Stereo links und rechts, die per Adapter in den Line-In-Eingang (Line ist immer Audio) der TV-Karte geführt werden. Zusätzlich enthält das Scartkabel Cinch-Stecker für Video-In und Video-Out. Video-Out wird mit dem Video-In-Eingang der TV-Karte verbunden (im Bild links unten das gelbe Kabel). Nun sollte ein Bild kommen, nur der Ton fehlt noch. Dazu verbindet man mit einem Kabel, das beidseitig kleine Stereo-Klinkenstecker besitzt, den Line-Out der TV-Karte mit dem Line-In der Soundkarte. So sieht das aus:

TV-In ist das Antennenkabel für den TV-Empfang, das hier nicht gebraucht wird und nur zuguckt. Sollten Bildstörungen auftreten, kann dieses Kabel daran schuld sein, dann einfach abziehen.


Eine alternative Verbindung wäre ein S-Video-Kabel vom Videorekorder zum S-Video-Eingang der TV-Karte.

Wenn die Karte funktioniert (am besten vorher mit der Original-Software testen) und der Treiber richtig installiert ist, sollte jetzt das VHS-Bild in VirtualDubMod erscheinen (dazu mit "File/Capture AVI..." in den Capture Modus wechseln):


Es kann losgehen: Das analoge Signal kommt bei VirtualDubMod in guter Qualität an

Im Preview Modus (Menübefehl "Video/Preview") erscheint ein nahezu flüssiges Bild, das gar nicht oder nur wenig ruckeln darf. Wenn es stark ruckelt oder extrem schlecht ist, stimmt etwas mit der Verkabelung (oder dem Treiber) nicht.

Jetzt kann man los experimentieren und vielleicht kommt sogar etwas Gutes dabei heraus. Vorher sollte man aber die folgenden Dinge beachten:

Die richtige Auflösung wählen

Die Auflösung wird über "Video/Format" eingestellt. Diese Werte hängen von der TV-Karte bzw. dem Treiber ab. Üblich sind unter anderem:

  • 352x288 (VCD PAL)
  • 704x576 (Cropped D1 oder Cropped PAL)
  • 720x576 (Full PAL)

Was man hier wählt, hängt überwiegend von der Leistungsfähigkeit des Rechners ab. Ideal ist Full PAL, dabei werden aber Prozessor und vor allem die Festplatte stark beansprucht. VirtualDubMod zeigt während der Aufnahme die Prozessorauslastung an, so dass man einen guten Anhaltspunkt dafür hat, wie hoch man mit der Auflösung gehen kann.

Wenn "lossless" gecaptured wird (also verlustfrei oder weitgehend verlustfrei), werden riesige Datenmengen auf die Festplatte geschrieben - die Festplatte muss also groß (200 GB oder größer) und vor allem schnell sein. 7200 U/Min und 8 MB Cache sind ideal. Die Größe des Films hängt auch vom verwendeten Codec ab, dazu später mehr.

Bei verlustfreier Aufnahme zum Beispiel mit einem Huffyuv-Codec kann ein 90-Minuten Film locker 150 GB verbrauchen! Wenn die Festplatte nicht mehr mitkommt, gibt es die gefürchteten "dropped Frames". Dann muss man seine Ansprüche runterschrauben und entweder einen Codec nehmen, der kleinere Dateien erzeugt, wie der DivX-Codec, oder die Auflösung verkleinern.

Je höher die Auflösung ist, desto "genauer" bzw. besser wird die Aufnahme. Das analoge Signal enthält ja keine "Pixel" sondern die müssen beim Digitalisieren erst "berechnet" werden. So ein analoges Signal besteht immer aus 576 Zeilen. Nur die Pixel pro Zeile stellen ein kleines Problem dar: Eigentlich ist eine Zeile 704 Pixel breit, das ist der sichtbare Bereich an einem TV-Gerät (TV-Overscan mal nicht berücksichtigt). Genau sind es 702-703, aber so genau nehmen wir das mal nicht. Man kann nun mit 720x576 aufnehmen, um die so genannte Full PAL-Auflösung zu erhalten. Bei dieser Auflösung erhält man aber kein 4:3-Seitenverhältnis, sondern dafür muss man x=768 wählen: 768:576=4:3, deswegen ist x=768 eine beliebte Auflösung.

Hinweis: Auflösungen mit mehr als 720 Punkten werden von den meisten DVD-Playern nicht abgespielt.

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