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05.06.2005
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Know How: MPEG-Grundlagen

Burkhard Müller

In der Praxis zeigt sich etwa beim DivX-Encoder, dass mehr als 3 Passes nicht mehr zu einer sichtbaren Verbesserung des Bildes führen. Jeder Durchlauf kostet natürlich enorm viel Rechenzeit, da der ganze Film durchlaufen wird. Anhaltspunkt: DivX 5.05, XP 1800, 90 minütiger Film: Erster Pass eine Stunde (Erzeugung der MV-Datei), jeder weitere Pass ca. eine Stunde.

Viele MPG4-Encoder können auch mit konstanter Bitrate (constant bitrate, cbr) encoden, wobei die zur Verfügung stehende Bitrate annähernd konstant über den gesamten Film verteilt wird. Die Bitrate ist nicht wirklich konstant, sondern schwankt um einige Prozent - das ist auch bei MPEG1 oder MPEG2 cbr so. cbr-Encodings sollte man nur durchführen, wenn die Bitrate hoch genug ist, etwa im Bereich ab 2000 kBit/s, sonst sieht das Bild einfach zu schlecht aus.

Bei extrem hoher Bitrate erreicht man natürlich auch mit cbr ein sehr gutes Bild, nur ist der Platzbedarf dann erheblich größer als bei vbr. Cbr-Encodings sind 1-Pass-Encodings und entsprechend schnell (annähernd gelten die oben genannten Zeiten für den ersten Pass). Viele Encoder erlauben die Angabe einer minimalen, einer maximalen sowie einer durchschnittlichen Bitrate.

Durchschnittliche Bitrate

Die durchschnittliche Bitrate legt fest, wie groß die endgültige Datei wird. Der Encoder versucht auf Bild-, GOP- und Szenenebene diesen Wert einzuhalten. Manche DVD-Player Hersteller empfehlen, 3000 Kbs nicht zu überschreiten, dieser Wert ist bereits sehr hoch. Das Verlassen dieser empfohlenen Einstellungen kann dazu führen, dass das Video auf einigen DVD-Playern nicht korrekt ausgeführt wird. Bildruckeln, -springen oder Tonaussetzer sind die Folge.

Einige DVD-Player kommen auch mit bestimmten Audio-Bitraten nicht zurecht. Viele Hersteller von DVD-Players geben keine Auskünfte über die Bitraten, die ein Gerät verkraftet. Deswegen kauft man die Katze im Sack. Um zu erforschen, was der eigene Player schafft, muss man wohl oder übel in verschiedenen Bitraten kodieren, auf RWs brennen und am Player testen.

VBV-Buffer

Kaum ein MPEG4-Encoder erlaubt das Einstellen eines Wertes für den so genannten VBV-Buffer (Video Buffering Verifier). Der VBV speichert den Datenstrom, organisiert ihn um und gibt ihn an den Decoder weiter. Er sorgt - vereinfacht ausgedrückt - dafür, dass der Encoder einen konstanten Datenstrom erhält.

Ist der VBV zu klein, kann es zu einem Buffer-Underrun kommen (das heißt der Buffer läuft leer), wenn der Decoder mehr Daten anfordert, als der Buffer liefern kann - die Folgen können Bild- und Tonstörungen sein.

Seitenverhältnisse

Die meisten Filme werden hergestellt, um sie am TV zu betrachten. Die Darstellung eines MPEG-Videos am TV weicht aber von der am Monitor ab. Zum einen stellt ein TV-Gerät nicht das vollständige Bild dar, sondern schneidet an den Rändern etwas ab (TV Overscan), zum anderen ist das richtige Pixel-Seitenverhältnis zu berücksichtigen, denn die Pixel am TV entsprechen in ihrem Seitenverhältnis nicht den Bildpunkten eines Monitors. Dazu kommen Besonderheiten durch anamorphe Filme. Alles das fließt in die Berechnung des exakten Seitenverhältnisses ein.

TV-Overscan


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