Was Eltern gar nicht mitbekommen
Kinderfalle Jugendchat - wie Pädophile das Internet missbrauchen
Verbraucherschutz
"Der Täter setzt dann zum Beispiel mit dem Computer den Kopf des Kindes auf ein Kinderporno-Foto und erpresst sein Opfer damit", weiß Schulte zu berichten. Bei Zartbitter melden sich mehrmals pro Woche Opfer sexueller Belästigung im Chat. Im Fall einer Erpressung, wollen die Täter dann zum Beispiel mehr Fotos, Adresse, Telefonnummer oder ein reales Treffen.
Schulte empfiehlt Eltern, sich mit dem Thema Chat zu beschäftigen. Chatverbote sollten prinzipiell nicht ausgesprochen werden, weil die Kinder dann heimlich weitermachen und in einem Belästigungsfall, ihren Eltern nicht davon erzählen. Statt dessen sollten Eltern mit ihren Kindern gelegentlich zusammen chatten, wie man auch zusammen Fernsehen guckt.
Eltern sollten chatten lernen
"Bei Kindern bis zwölf Jahren sollten die Eltern immer dabei sein", rät Schulte und fordert, "Eltern müssen sich fit machen und durch eigenes Chatten einmal selbst erfahren, worüber ihre Kinder im Netz so stolpern." Dazu sollten sie sich auch bei älteren Kindern, ruhig einmal zeigen lassen, wie das geht.
Bei passender Gelegenheit, etwa beim Abendessen, sollte mit den Kindern über ihre Chaterlebnisse geredet werden, wie sonst auch über andere Geschehnisse des Tages. Gleichzeitig ist ein Kontrollversuch nicht angebracht. Geheimnisse verraten ältere Kinder ohnehin nicht ihren Eltern. "Trotzdem ist es wichtig, mit den Kindern im Gespräch zu bleiben", meint Schulte.
Auch Beate Schöning von Netkids hält das für den richtigen Ansatz: "Ähnlich wie Eltern mittags fragen ''wie war es in der Schule?'' kann man auch mal fragen, was Sohn oder Tochter im Netz gemacht haben, mit wem sie dort Umgang haben."
Persönliche Angaben gehören nicht ins Netz
Außerdem sollte den Kindern klar gemacht werden, niemals Adresse, Telefonnummer oder den Namen der Schule im Chat weiterzugeben. Schon in dem Chatprofil, eine Art Steckbrief, den man beim Chatanbieter hinterlegen kann, geben viele Jugendliche zu viele Informationen preis - oft sogar mit Foto.
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