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04.06.2005
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Was Eltern gar nicht mitbekommen

Kinderfalle Jugendchat - wie Pädophile das Internet missbrauchen

Verbraucherschutz

Schöning schildert so ein Vorgehen folgendermaßen: "Der Chatfreund klärt heute gerne auf, vermittelt die entsprechende ''Fachsprache'' und erläutert auch gerne, dass man mit zwölf Jahren heute unmöglich noch Jungfrau sein kann."

Oft wird so ein Vertrauensverhältnis geschaffen, das die Kinder ihren Eltern gegenüber geheim halten. Teilweise fordern die Täter auch ausdrücklich dazu auf, Niemandem von den Gesprächen zu erzählen.

Gemeinsames Geheimnis

"Es gibt Täter, die sagen, dass man die Tür abschließen soll, damit die Eltern das Gespräch nicht mitbekommen. Sie reden dann über Sex und sagen dem Kind hinterher ''das darfst du keinem weitererzählen''. Das Kind glaubt dann, von dem peinlichen Gespräch nichts verraten zu dürfen", berichtet Simone Schulte von Zartbitter Köln.

Der Verein informiert Eltern und Kinder über die Gefahren im Chat und ist eine Anlaufstelle für Geschädigte. Schulte gab sich auch schon mehrfach im Chat als Kind aus, um die Vorgehensweisen der Täter in Erfahrung zu bringen.

Auch sie unterscheidet zwei Tätergruppen: "Es gibt Täter, die mit der Tür in's Haus fallen und zum Beispiel Bilder von einer Selbstbefriedigung haben wollen. Vorsichtige Täter haben hingegen Strategien, mit denen sie freundschaftliche Verhältnisse schaffen wollen, wie im realen Leben."

Diese Täter versuchen ihre Opfer nach körperlichen Details, sexuellen Vorlieben und Kontaktdaten, wie Wohnort oder Telefonnummer auszufragen. "Dem einen reicht das erotische Gespräch, der nächste braucht das Gefühl, dass ein Kind zusieht, wie er sich vor der Webcam befriedigt und wiederum ein anderer will sich treffen und das Kind sexuell ausbeuten", berichtet Schöning.

Erpressung durch manipulierte Photos

Teilweise verlangen sie auch nach Fotos und schicken welche. Die zeigen nicht unbedingt das Gesicht des Täters, sondern sind oft auch pornographische Darstellungen, die entweder schockieren oder Neugier wecken sollen. Es kommt auch vor, dass die Täter ihre Opfer mit den Fotos unter Druck setzen, die ihnen die Opfer zusenden, indem sie mit Veröffentlichung drohen.


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