Oder: Access-Point v.s. WLAN-Router

Ein Access-Point im Test: Der Zyxel G-560



02.06.2005 16:18 Uhr

Warum überhaupt ein Access-Point? - Router mit Wireless-LAN bekommt man inzwischen doch hinterher geschmissen. Ein Access-Point dagegen bietet viel weniger Funktionen und ist fast genauso teuer. Nur in wenigen Fällen lohnt deshalb die Anschaffung eines nackten APs für Privatnutzer.

Draufsicht G-560 - Klein aber fein - die Elektronik wohnt in einem soliden Kunststoff-Gehäuse Klein aber fein - die Elektronik wohnt in einem soliden Kunststoff-Gehäuse

Wer sein eigenes kabelloses Netzwerk für die WG einrichten will, wird selten auf den gemeinen Access-Point, kurz AP, zurückgreifen. Der Einsatz lohnt sich erst, wenn der eine Router an die Grenzen seiner Reichweite stößt; das ist bei ganzen Häusern oder Betrieben der Fall. Der AP ist somit als Erweiterung, nicht als Alternative zum Wireless-Router zu verstehen.

Der Zyxel G-560

Der erste AP, den die netzwelt.de-Tester in die Finger bekommen haben, ist ein aktuelles Produkt aus dem Hause Zyxel - der im März '05 vorgestellte G-560. Optisch wirkt das Gerät quadratisch-praktisch-gut: Das silberne Gehäuse lässt sich an der Wand befestigen, ist klein und mit drei LED-Leuchten ausgestattet. Auf der Rückseite befinden sich nur Antenne, ein LAN-Anschluss und der Reset-Schalter.

Dem G-560 liegen ein 12Watt-Netzteil, eine CD, ein kurzes LAN-Kabel und eine mehrsprachige, aber knapp ausgefallene Kurzanleitung bei. Mit nur jeweils vier verfassten Seiten pro Sprache beschreibt die Anleitung allein die hardwareseitige Installation - das ist ein bisschen wenig.

Angeschlossen und verkabelt ist das G-560 schnell, für die folgende Gerätekonfiguration ist man jedoch auf das englischsprachige Handbuch angewiesen, dessen 119 Seiten im PDF-Format auf der CD zu finden sind. Die Kurzanleitung verliert nämlich nicht ein Wort über Passwort oder IP-Adresse des Access-Points.

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Das Menü: Übersicht in Schwarz-Weiss

Ebenso wie schon die Kurzanleitung bietet das Menü sieben Sprachen zur Auswahl - das ist richtig ordentlich wenn man bedenkt, dass andere Geräte neben Deutsch höchstens mal Englisch bieten. Leider merkt der Router sich die Spracheinstellung aber nur bis zum nächsten Logout.

Die im Vergleich zu einem Router wenigen Funktionen sind alle leicht zu finden, hat man die grauen, horizontal angeordneten Schaltflächen der Untermenüs einmal als solche erkannt. Ansonsten ist das Menü mit reinem Text auch recht einfach gehalten; die Online-Hilfe im eigenen Fenster ist in jedem Untermenü über das Fragezeichen oben rechts zu erreichen.

Schnelle Unterstützung

Einen Setup-Assistenten bietet der G-560 ebenfalls: Dieser fragt IP-Adresse, Netzwerkname (SSID), Sendekanal und Verschlüsselung ab. Damit sind zwar nicht alle Barrieren genutzt (der MAC-Filter bleibt der manuellen Einstellung vorbehalten), doch die erste WLAN-Sicherheitsstufe ist mit der WEP- oder WPA-PSK-Verschlüsselung erreicht. Zusammen mit der sofortigen Aufforderung nach einem neuen Zugangskennwort sind die vom Gerät vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen ausreichend.

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Weiterhin steht dem G-560 eine Sicherheitsfunktion zur Seite, die sich OTIST schimpft - das steht für "One-Touch Intelligent Security Technology". OTIST hilft zwar nicht, ein offenes WLAN vor unberechtigter Nutzung zu schützen, weißt dem Client aber einen WPA-PSK-Schlüssel zu, damit die Verbindung nicht abgehört werden kann. Voraussetzung ist allerdings, dass der Client ebenfalls OTIST unterstützt. Bislang tut das nur eine Handvoll anderer Zyxel-Geräte.

Noch mehr Sicherheit?

Auf den Access-Point G-560 können höchstens 32 Clients gleichzeitig zugreifen. Unterhalb davon lässt sich der Zugriff auf eine beliebige Zahl von Stationen beschränken. Darf beispielsweise nur ein Client zugreifen, hat ein WLAN-Angreifer es noch schwerer, wenn dieser Client bereits den freien Port belegt. Eine Firewall zum Schutz vor Angriffen aus dem Web hat der G-560 nicht - diese Aufgabe muss der vorgeschaltete Router übernehmen.

Highspeed-WLAN: Mit dir rede ich nicht!

Zugegeben, der obige Satz ist ein bisschen übertrieben. Der G-560 arbeitet ohne Probleme mit den im Test benutzten Adaptern von Netgear. Doch obwohl Netgear-Client als auch Zyxel-AP theoretisch die gleiche Sprache sprechen (802.11g+ -Standard), erreichen sie in Kombination nur die 802.11g-üblichen 54 Megabit pro Sekunde, die sich real auf 18 Mbit/s belaufen.

Was uns gar nicht gefällt...

zyxel.com

In naher Zukunft soll der G-560 dank Firmware-Update nicht nur als Access-Point, sondern auch als WLAN-Bridge, -Repeater oder -Client arbeiten können. Das funktioniert zum Zeitpunkt des Tests noch nicht. Die Online-Hilfe weist lediglich darauf hin, dass die übrigen Betriebsmodi im Moment noch nicht zur Verfügung stehen.

Fazit: Erstmal abwarten

Ein Multifunktionsgerät ist der G-560 nicht, solange Zyxel die zusätzlichen Betriebsmodi nicht per Firmware bereitstellt. Bis das der Fall ist, ist die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers mit 99 Euro recht hoch angesetzt. Sind die Funktionen aber verfügbar, ist der Preis durchaus gerechtfertigt.

Wer dagegen nur einen einfachen Access-Point haben will, sollte sich besser bei den älteren Zyxel-Modellen oder anderswo umsehen. Das ist wahrscheinlich die günstigere Alternative.



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