Technisches Problem oder Strategiewechsel?

Internet & Netzwelt: Wo ist der Google-Pagerank hin? (Update)

Stell Dir vor, Du wachst auf und Google ist nicht mehr da. Ein Albtraum für alle Internetnutzer. Ein schlimmerer Albtraum für Webmaster ist nun wahrgeworden: Der Google-Pagerank ist verschwunden. Alle Webseiten haben einen Pagerank von 0, die Webmaster sind am Boden zerstört. Netzwelt.de ist auf der Suche nach dem PageRank und fragte bei Google nach.

Gegenüber netzwelt.de konnte Google-Deutschland-Sprecher Stefan Keuchel bisher noch nichts bestätigen. "Wir prüfen den Fall gerade." Was geprüft wird und ob es sich um ein technisches Problem handelt oder um einen Strategiewechsel wollte Keuchel weder bestätigen noch dementieren.

Definition PageRank von Google

PageRank nimmt eine objektive Bewertung der Wichtigkeit von Websites vor. Dabei wird eine Gleichung mit 500 Millionen Variablen und über 3 Milliarden Begriffen berechnet. Google zählt keine Links, PageRank nutzt stattdessen die breit gefächerte Linkstruktur, um es zu organisieren. Im Wesentlichen interpretiert Google ein Link von Seite A auf Seite B als "Votum" von Seite A für Seite B. Google bewertet die Wichtigkeit einer Seite nach den erzielten Voten.

Außerdem analysiert Google die Wichtigkeit der Seite, die das Votum abgegeben hat. Dabei hat ein Votum von einer Seite, die selbst als "wichtig" gewertet wird, ein größeres Gewicht und somit größeren Einfluss auf die Bewertung anderer Seiten. Wichtige, qualitativ hochwertige Seiten werden von PageRank höher eingestuft und demnach auch in den Ergebnissen an einer vorderen Position aufgeführt. Die Google-Technologie nutzt zur Ermittlung der Wichtigkeit einer Seite die kollektive Intelligenz des Internets, anstatt sich auf das Urteil von Redakteuren oder den eigenen Angestellten zu verlassen.

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Verkäufer von PR-Seiten zittern um Existenz

Der kleine grüne Balken wird in der Google-Toolbar angezeigt und reicht von 0 bis 10. In Deutschland ist der höchste Wert momentan PR 8, den nur wenige Webseiten besitzen, etwa Spiegel Online oder eBay.de. Auf die Suchergebnisse, die bei Google angezeigt werden, hat der Ausfall der PR-Anzeige allerdings keinen Einfluss.

Warum also die Aufregung? Ganz einfach, einige Leute verdienen mit dem PR gutes Geld. Etwa einige windige eBay-Händler, die Verlinkungen von hohen PR-Seiten verkaufen. Die Käufer erhoffen sich so auch eine höhere Platzierung in den Suchmaschinen. In Amerika haben sich deshalb schon professionelle Textlink-Anbieter wie Textlinkbrokers.com am Markt etabliert. Für einen Link auf einer Webseite mit PR9 zahlt der Kunde schnell über 2.000 US-Dollar im Monat. Es ist klar, dass die Verkäufer kein Interesse an einem "grauen PageRank" haben. Immerhin ist der grüne Balken der Garant für hohe Umsätze.

Anderen Webmastern ist der PageRank ein Dorn im Auge. Aus Neid weil sie keinen hohen PageRank haben, werfen die PageRank-Fans den Gegnern vor. Aber auch, weil der PageRank aus ihrer Sicht kein gutes Instrument ist, um Webseiten zu bewerten. Außerdem kann man die Toolbar leicht austricksen und damit einen hohen PageRank vortäuschen. Solche Domains finden sich häufiger im Online-Auktionshaus eBay und werden oft für teures Geld von ahnungslosen Webmastern gekauft.

Allein deshalb werden die Rufe nach einer anderen Bewertungsmethode von den PR-Gegnern immer lauter. Einen Ansatz bereitet Google offenbar vor. Der "TrustRank" könnte irgendwann einmal den PageRank ablösen. Die Marke hat sich Google vor einiger Zeit registriert.

Update 31.05.2005 08:07: PageRank wieder sichtbar

Seit gestern 23 Uhr ist der PageRank wieder nach und nach sichtbar geworden. Google hat bisher noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben.

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