Apple ist unfehlbar!
Privacy Watch: Das Problem mit den Mac-Usern
Es gibt Menschen, die gehen in den Laden und kaufen etwas, weil sie es mögen. Weil ihnen das Design oder die Farbe oder die Funktionalität gefällt. Und dann gibt es Menschen, denen das alles egal ist, sofern ein gewisser Markenname darauf steht. Viele Macuser gehören zu letzterer Klasse und sind durchaus bereit, für ihre Designer-Kisten Online-Kriege vom Zaun zu brechen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Steve Jobs in Gold
- 2Zen Buddhismus oder die Kunst, Macuser zu sein
- 3Leistung? Quatsch!
- 4Kniffe aus der Trick-Kiste
- 5Die Intoleranz ist der Untergang
Natürlich sind nicht alle Macuser betroffen. Es gibt sie noch, die "normalen". Die, die den Mac als Rechner mögen, die Ästhetik, vielleicht das wirklich gute Betriebssystem. Diese User sind, wie man es von erwachsenen Menschen in westlichen Demokratien erwarten sollte, kritikfähig. Sie erlauben sich, die Mängel ihres Traumcomputers anzukreiden und die Produktstrategie von Apple.
Steve Jobs in Gold
Und dann gibt es da noch die anderen, die am liebsten eine 80 Meter hohe, goldene Statue von Steve Jobs an jeder Ecke, zumindest aber in jeder Großstadt sehen wollen, für das gepflegte Beten in der Mittagspause. Der Mac ist ihre Ersatzreligion, Steve Jobs ihr Jesus und in ihrem Gebärden stehen sie religiösen Fundamentalisten in keinster Weise nach. Dogmatisch werden Apple-Regeln aufgestellt, gefressen, geschluckt, dogmatisiert. Eine davon lautet: "Apple ist unfehlbar."
Dieser tiefreligiöse äußert sich überall dort, wo einzelne Macuser auf viele Windows-Nutzer treffen. Zum Beispiel in diversen Webforen zu allgemeinen Computerthemen. Gespräche dort laufen ungefähr folgendermaßen ab: "Mein iMac spinnt, was soll ich tun?" Scherzkeks Nummer 1, natürlich mit einem schönen Proleten-PC in der Sig, versucht dann komisch zu sein: "Kauf' Dir 'nen PC!" Spätestens jetzt ist die Eskalation in vollem Gange. Sofort eilen weitere Macuser herbei, um dem Opfer der unlauteren Attacke zu Hilfe zu eilen, was weitere PC-User heraufbeschwört.
Zen Buddhismus oder die Kunst, Macuser zu sein
Spätestens jetzt wird beleidigt, was das Zeug hält, zwischendurch werden tiefenphilosophische Dialoge über Zen-Buddhismus und seine Verknüpfung zu Apples Produktlinie geführt, immer überschattet von genervten Foren-Admins, die die vom Apple vs. PC-Kampf verseuchten Threads schnell schließen. Hoffentlich bevor sich der Linux-Nutzer einschaltet, denn dann ist der Zweifrontenkrieg programmiert. Jeder disst, was das Zeug hält, man wird aggressiv, droht mit Handgreiflichkeiten.
Dabei sind die Linux-Nutzer im Grunde von der "Gegen alles!"-Fraktion. Ihr System ist das wahre Hippie-System, wohingegen Apple nunmehr nur noch "Ich war mal Hippie, habe jetzt aber Geld"-Systeme produziert. Der Linux-Nutzer ist in einem solchen Foren-Krieg moralisch völlig überlastet. Mal verbündet er sich mit den Macusern, schließlich muss man gegen das Reich des Bösen mit Sitz in Redmond vorgehen. Mal zeigen Linux-User aber auch Plattform-Solidarität, verbünden sich mit der Windows-Fraktion. Besonders dann, wenn es um die Leistungsfähigkeit der Hardware geht.
