Outsourcing für illegal-gemixte Alben
Banned Music: MP3s, die es gar nicht geben darf
MP3-Downloads
Als im vergangenen Jahr der Musiker DJ Danger Mouse seine Interpretation der Beatles und Jay Z veröffentlichte, reagierte EMI sofort. Das Label mahnte den Künstler ab - und sorgte damit für weitaus mehr Nachfrage nach dem Album als es sich der DJ je träumen hat lassen. Inzwischen haben die Musikaktivsten von Downhill Battle einen sicheren Hafen für solche illegalen Remixe gebaut. BannedMusic.org ist die BitTorrent-Heimat für vier MP3-Alben geworden.
Rückblick: Die Idee war so einfach wie genial: Danger Mouse nahm die Lyrics der letzten Jay Z-Platte "The Black Album" und kombinierte sie mit Sample-Fragmenten aus dem Beatles-Klassiker "The White Album". Da er keine großartigen kommerziellen Ambitionen für sein Projekt hatte - und die Beatles ihm sowieso nie die Rechte eingeräumt hätten, mehr als 40 Minuten ihres Materials zu verwenden - kümmerte sich Danger Mouse nicht weiter um die rechtliche Seite des Projekts und legte einfach los. Insgesamt 3.000 CDs ließ er von dem Werk pressen und in lokalen Plattenläden verkaufen.
Illegale Remixe als Download-Renner
Ähnliche ungenehmigte Remixe existieren seit Jahren als halblegale Basis des Hip Hop-Geschäfts. Auch das Mixen über Genre-Grenzen hinweg hat eine lange Tradition und erlebte in den letzten Jahren als Mashup-Kultur ein Comeback. Normalerweise müssen die daran beteiligten Musiker und Produzenten kaum Konsequenzen fürchten. Geringe Auflagen und abgeschlossene Insider-Zirkel sorgen dafür, dass die Remixe nur selten auf dem Radar der großen Plattenfirmen auftauchen. Danger Mouses Grey Album dagegen war einfach zu gut, um unbekannt zu bleiben. Und so kam es zu der Abmahnung von EMI.
bannedmusic
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Cover der BannedMusic-Alben
Danger Mouse beugte sich damals der Abmahnung, nicht aber die Fans. Die verlangten nach Download-Alternativen und organisierten mit Unterstützung der Musikaktivisten Downhill Battle den "Grey Tuesday". An einem Tag sollte das Album zeitlgeich auf etlichen Webseiten auftauchen und eine Abmahnwelle von EMI quasi unmöglich machen.
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Wenn ihr ähnliche Remix-Projekte kennt, die der Musikindustrie ein Dorn im Auge sind, dann meldet diese. Ggf. werden wir dann unseren Artikel erweitern. Danke vorab.
Hm, da gibts ja noch so einiges ... aber ist doch schade, dass die MI da sonen Aufriss macht und sofort ihre Anwälte aktiviert - ist das nicht irgendwie kontraproduktiv im Sinne der kulturellen, musikalischen Weiterentwicklung ?
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