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Test: Empire Earth 2
Strategische Vergangenheitsbewältigung

von Michael Dees Uhr veröffentlicht

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Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte des Krieges. Empire Earth ist Kriegsgeschichte zum Spielen. Ein Frontbericht zu Teil 2.

Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte des Krieges. "Empire Earth" ist Kriegsgeschichte zum Spielen. Ein Frontbericht zu Teil 2.

Manchmal vergeht die Zeit wie im Flug. Auf das Echtzeitstrategiespiel "Empire Earth 2" trifft das insbesondere zu. Keine zwei Spielstunden trennen den steinzeitlichen Keulenschwinger von der kybernetischen Kampfmaschine. In 15 Epochen ringen 14 Nationen um die Weltherrschaft - knapp 350 Einheiten führen über einen Zeitraum von 10.000 Jahren Krieg.

Krisenkameras decken auf

Drei Nationen teilen sich in der Solokampagne den Weltkuchen: Korea, Deutschland und Amerika. In grauer Vorzeit ertönt das Kriegsgeschrei und hallt über das 21. Jahrhundert hinaus. Das Voranschreiten in der Zeit setzt fleißiges Forschen und das Anhäufen von Ressourcen voraus. Neun Rohstoffe wollen insgesamt verwaltet werden, wenngleich Öl und Uran erst mit dem Erreichen der Moderne ein Thema werden.

Was nach zeitraubender Wirtschaftsplanung klingt, geht im Spielbetrieb leicht von der Hand. Zu verdanken ist das einem ausgebufften Menü, das beschäftigungslose Bürger durch einfache Klicks an die gewünschte Rohstoffquelle schickt. Aber das ist nicht alles, was Entwickler Mad Doc Software Neues bietet: Eine Bild-in-Bild-Funktion ermöglicht die Kontrolle über Gebiete, die ständiger Aufmerksamkeit bedürfen.

Angesichts der zahlreichen Mehrfrontenkriege eine praktische Angelegenheit, zumal die Ansicht zwischen aktueller Position und Kamerafenster im Nu gewechselt werden kann. Auch Marsch-oder Angriffsbefehle lassen sich über das zweite Fenster erteilen.

Empire Earth 2

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Empire Earth 2

Spiel mit Grenzen

Wer so viele eigene Ideen mitbringt, darf ruhig auch mal in die Kiste der Konkurrenz greifen. In Sachen Städtemanagement erinnert "Empire Earth 2" an das überragende "Rise of Nations"; nicht allein der Grenzlinien wegen, auch auf Grund der baulichen Einschränkungen in besetzten Gebieten. Die zum Generieren von Technologiepunkten erforderlichen Universitäten und Tempel dürfen nur einmal pro Siedlung errichtet werden.

In keiner Siedlung fehlen sollten Außenposten, durch die sogar der Steinzeitmensch in den Genuss der täglichen Wettervorhersage kommt. Denn eine Armee, die geradewegs in einen Schnee- oder Sandsturm marschiert, ist nicht nur schwächer und langsamer, sondern praktisch führerlos. Bei den Wettereffekten haben die Programmierer buchstäblich zu dick aufgetragen. Während ein Sturm über die Karte tobt, sieht man so gut wie nichts. Ansonsten ist optisch vieles beim Alten geblieben: Die 3D-Grafik ist ordentlich, belässt die Kinnlade jedoch an ihrem angestammten Platz.

Umfangreicher Mehrspielermodus

Mit einer gelungenen Bürgerverwaltung sowie der Möglichkeit, einzelnen Verbänden mehrere Angriffsziele zuzuweisen, ohne dafür das Spiel pausieren zu müssen, erkämpft sich "Empire Earth 2" seine Existenzberechtigung im Strategiebereich. Mehr noch: Der gut bestückte Mehrspielermodus beschäftigt für Wochen, wenn nicht Monate. Voraussetzung hierfür ist jedoch die Bereitschaft, einige Zeit in den Spieleinstieg zu investieren.

Empire Earth 2

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Empire Earth 2
Steckbrief
Sound7 von 10 %84 %
Grafik12 von 15%
Spielspaß13 von 15%
Multiplayer9 von 10 %
Bedienung9 von 10%
Preis/Leistung13 von 15%
Hardwareanforderung12 von 15%
Langzeitspielspaß9 von 10%