iPhantom soll das Web sicher machen
iPhantom: Placebo für Filesharer
Das Internet ist gefährlich geworden. An jeder Ecke lauern Spione und Bösewichte, Abzocker und Wachhunde der Musik- und Filmindustrie. Da ist es kein Wunder, dass der Markt der Anonymisierung boomt, auf dem sich allerdings auch einige schwarze Schafe tummeln. Zum Beispiel die Macher des iPhantom.
Inhaltsverzeichnis
- 1Das Allheilmittel für Internet-Sicherheit?
- 2Überwachung allerorten
- 3Unklare Filesharing-Sicherheit
- 4Kapazitäten-Rätsel
- 5Fazit: Fader Nachgeschmack
Was zur Hölle ist ein iPhantom? Der Name suggeriert Unsichtbarkeit, was auch exakt das ist, was die Anbieter propagieren. Das iPhantom ist ein kompaktes Gerät, das zwischen Netzwerkkarte und DSL-Modem eingeschleift wird. Für 120 Dollar soll es sämtlichen Datenverkehr verschlüsseln und, man höre und staune: "Vollständig anonymen Web-Verkehr" gewährleisten. Chatten, Mailen, Surfen und natürlich Filesharing soll vollständig anonym vonstatten gehen.
Das Allheilmittel für Internet-Sicherheit?
Obendrein behauptet der Anbieter, iPhantom habe eine eigebaute Firewall inklusive Virenschutz und Adware-Protection. Das klingt nach komplizierter Technik, doch auf der Website wird versichert, dass die Installation kinderleicht sei. Es müsse keine Software installiert werden und die Einrichtung erfolge Plug & Play. Zu allem Überfluss soll das iPhantom zu allen Betriebssystemen kompatibel sein, ohne Geschwindigkeits-Einschränkungen. Das klingt nach einem Wundermittel und wie alle Wundermittel riecht auch das iPhantom für den Skeptiker erst einmal nach Quacksalberei.
Vorurteile sind allerdings ohne Prüfung fehl am Platz. So wird auf der Website behauptet, dass die kleine Box in der Lage ist, den gesamten Web-Verkehr zu verschlüsseln. Ein Freescale-Prozessor soll einen 256-bittige AES-Verschlüsselung in Echtzeit ermöglichen und auf diese Weise den Web-Verkehr absichern. Das allerdings bring in Tauschbörsen wenig bis gar nichts, schließlich lassen sich IP-Adressen nicht durch Verschlüsselung, sondern ausschließlich durch den Einsatz dritter Server tarnen.
Kein Proxy, aber doch irgendwie
Ein Proxy-Dienst allerdings soll iPhantom nach Angaben des Anbieters nicht sein. "Wir benutzen keine Proxy-Server" - stattdessen sollen sämtliche Anfragen über "sichere Phantom-Gateways" weitergeleitet werden, natürlich verschlüsselt. Allerdings ohne die bremsende Wirkung eines Proxys. Wie das ohne Proxy funktionieren soll, ist allerdings fraglich, bestens via Peer to Peer ist eine solche Lösung denkbar, doch das ist dann auch nichts weiter als eine Variante des Proxy-Dienstes. Und den lässt sich Phantom Technologies auch teuer bezahlen: 15 Dollar im Monat werden, zusätzlich zu den Anschaffungskosten des Geräts, vom Kunden verlangt.
