Freies Netz oder sicheres Netz?
Internet & Netzwelt: Freiheit, Zensur, Nazis und Pornos - Suchmaschinen in der Klemme
Wer Kinder hat, möchte nun mal nicht, dass sie sich Pornos ansehen. Erwiesenermaßen schadet Pornografie Kindern- sie kann zu unnormalen Sexualverhalten führen. Doch gerade das Internet ist voll mit Pornografie: Nicht umsonst heißt es, die anonyme Verbreitung von Pornos sei die Treibkraft Nummer Eins bei der Verbreitung des Internets gewesen. Und immer noch werden in Tauschbörsen fröhlich Pornos getauscht - auch ihnen wird nachgesagt, fast nur wegen Pornos zu bestehen.

Inhaltsverzeichnis
- 1Kein Sex
- 2Freiwillige Selbstkontrolle
- 3Leicht zu umgehen
- 4Google antwortet immer
- 5Schluss mit Nazi-Gewalt-Pornos?
- 6Spagat für die Suchmaschinen
Deshalb fällt es Kindern zunächst leicht, an Pornos heranzukommen. Einige Klicks reichen schon, um in die verbotene, und damit interessante Welt vorzustoßen. Außerdem bedienen sich Kinder auch gerne der Suchmaschinen, und die waren früher ein Hort der Porno-Anbieter. Doch mittlerweile haben die Betreiber verschiedener deutschsprachiger Suchmaschinen eine freiwillige Selbstkontrolle gegründet - und sich damit prompt den Zorn der Anti-Zensur-Fraktion zugezogen.
Denn diese Fraktion sieht direkt die Freiheit des Internets in Gefahr. Ansatzweise ist das richtig, denn schließlich kommen dafür Filtertechniken zum Einsatz - und die könnten auch für andere Zwecke genutzt werden. Dabei muss es noch nicht einmal um politische Ziele gehen; Google China kuschte aus rein wirtschaftlichen Interessen und filterte ungeliebte Ergebnisse heraus.
Kein Sex
Besonders in der Kritik stand aber die MSN-Suche: Bei bestimmten Suchbegriffen wie "Sex" spuckt sie nur einen Hinweis aus, dass "möglicherweise" Suchergebnisse für Erwachsene ausgegeben würden und dass diese "derzeit nicht ausgegeben" würden. In der amerikanischen Version gibt es zumindest die Möglichkeit, sich nach einem kurzen Aufklärungstext trotzdem die Ergebnisse anzeigen zu lassen.
"Wir müssen als Portalbetreiber sicherstellen, dass jugendgefährdende Inhalte nicht zugänglich sind", so Rolf Kersten, Leiter des Portals und der Suche von MSN. Mit dem jugendgefährdenden Inhalten meint MSN "Erotik-Begriffe, die wir ausblenden". Ansonsten findet sich aber auch gerne Erotisches im Content-Bereich (Achtung heiß! Wenns im Büro knistert). "Das ist aber alles FSK 12, harmloser als alles, was es am Kiosk zu kaufen gibt", sagt Kersten, "schließlich ist MSN ein Familienprodukt".
Freiwillige Selbstkontrolle
Microsoft habe sich dazu verpflichtet, die Vorschriften der Freiwilligen Selbstverpflichtung einzuhalten. "Dabei geht es in erster Linie um Gewalt, Pornografie und Rechtsextremismus." Letzterer wird aber nicht herausgefiltert, dafür aber das Staatsexamen - wohl wegen des "sex" in der Mitte. "Das ist ein Bug", sagt Kersten, "das war am Anfang mit dem 'MSExchange-Server' auch so, was natürlich zur allgemeinen Erheitrung beitrug."

