Texanische Firma entwickelt neues Kühlsystem für Server und PCs

Prozessoren & Overclocking: Effizient kühlen mit flüssigem Metall

Aktuelle Hochleistungsprozessoren wie Intels Pentium Extreme Edition verbrauchen eine noch nie dagewesene Menge an Leistung und sondern außergewöhnlich viel Hitze ab. Zur Zeit übliche Kühlmethoden reichen da bald nicht mehr aus. Wie das Wissenschaftmagazin "New Scientist" jetzt berichtet, bietet die texanische Firma NanoCoolers eine neue Alternative.

Effizient kühlen mit flüssigem Metall

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Nach Alternativen wird gesucht
  2. 2Flüssiges Metall als neue Kühllösung
  3. 3Hintergrund: das Element Gallium

Die CPUs in den meisten Desktop- und Server-PCs erreichen mittlerweile Temperaturen von mehr als 60 Grad Celsius. Gekühlt werden die Systeme üblicherweise über eine metallische Senke und zusätzlichen Lüftern. Moderne Chips werden allerdings immer komplexer und leistungsfähiger, sodass es immer schwieriger wird, sie kühl zu halten.

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Nach Alternativen wird gesucht

Wärmeleitung ist aber nicht nur bei Prozessoren ein Thema. Auch andere Komponenten, wie Grafikkarten werden immer aufwändiger, sodass auch sie Kühlung benötigen.

Da aktuelle Kühlsysteme aber immer lauter und stromverschwenderischer werden, haben einige Hersteller damit begonnen, nach Alternativen Ausschau zu halten. Apples neuester G5 Power Mac nutzt beispielweise eine Wasserkühlung, um die Hitze vom Prozessor fernzuhalten.

Flüssiges Metall als neue Kühllösung

NanoCoolers hingegen setzt auf ein System mit flüssigem Metall und verspricht, damit eine leisere und effizientere Kühlung zu ermöglichen.

Hauptbestandteil des Systems ist eine flüssige Galliumlegierung, die mittels eines elektromagnetischen Pumpsystems druch einen Röhrenkreislauf geleitet wird und dabei die Hitze absorbiert. In einer luftgekühlten Kammer wird das Metall schließlich wieder auf Normaltemperatur gebracht.

Anders als Wasser, siedet Gallium erst bei 2.000 Grad Celcius. Das bedeutet, dass es sehr viel Hitze aufnehmen kann, ohne dass gleich die Gefahr besteht, dass es den Aggregatzustand wechselt und zu einem störenden Gas wird.

Wenn Testläufe mit dem Flüssigmetall-System ergeben, dass es mit einer Leistung von 100 Watt problemlos zurechtkommt, wäre es für den Einsatz in kompakten Servern und PCs durchaus interessant. Letztendlich spielt aber natürlich der Kostenfaktor dabei auch noch eine Rolle. Allerdings ist das System an sich ja relativ simpel und somit wahrscheinlich finanzierbar. Und vielleicht findet sich ein Gallium-Kühlsystem bald auch in Ihrem Rechner...

Hintergrund: das Element Gallium

Gallium ist ein weiches Metall, das erstmals 1875 entdeckt wurde. Im Periodensystem ist das Element in der III. Hauptgruppe unter der Ordnungszahl 31 zu finden. Besonderheiten sind der auffallend niedrige Schmelzpunkt und der relativ hohe Siedepunkt. Das Metall schmilzt bereits bei Handwärme und bleibt dann bis zu Temperaturen von über 2.000 Grad Celsius flüssig.

Verwendung findet Gallium unter anderem als Quecksilberersatz. Der größte Anteil dient aber zur Herstellung von Galliumverbindungen, aus denen sich beispielsweise Leuchtdioden, Transistoren oder Laserdioden herstellen lassen.

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