Google: Datenschleuder Web-Accelerator
Nichts für Kinderaugen
Das hängt damit zusammen, dass der Proxy-Server jede angeforderte Seite an die Anwender ausliefert und gleichzeitig die Cookies speichert, die eigentlich für den Rechner gedacht waren. Dadurch sind alle Anwender gleich berechtigt, mit dem Erfolg, dass einmal geöffnete Websites an alle Anwender ausgeliefert werden. Zumindest so lange, bis der Cookie gelöscht wird. Normalerweise machen Foren-Cookies das nach einer bestimmten Zeitspanne von selbst, doch es gibt auch Cookies, die jahrelang gültig sind.
Gleichzeitig verwenden auch Adserver Cookies. Sie setzen bei Besuch einer Seite ein Cookie und sobald das nächste Mal ein Banner des Adserver-Dienstleisters aufgerufen wird, fragen sie die das Cookie ab. Der Proxy wird also, egal über wie viele User die Seite bereits aufgerufen wird, als einzelner Besucher gemeldet. Gut für die Surfer, vermeiden sie auf diesem Wege doch personalisierte Werbung. Schlecht allerdings für den Anbieter. Der nämlich kann nur die Aktivität des Proxys zählen, nicht aber die der Anwender dahinter. Wodurch die Werbeeinahmen bei breiter Proxy-Nutzung massiv sinken dürften.
Die Cookies haben allerdings noch einen anderen Nebeneffekt: Weil aller Wahrscheinlichkeit nach sehr viele Surfer Sex-Websites besuchen, könnte es passieren, dass Ad-Server dank der sexlastigen Cookies auf dem Proxy nur noch Sex-Werbung ausliefern. Die wiederum wird an den User weitergegeben. Inhalte, die nicht unbedingt für Kinderaugen geeignet sind.
Sicher: HTTPS
Sicher hingegen sind HTTPS-Verbindungen, also HTTP Secure. Die hatte Google von vornherein aus dem Accelerator-System ausgeschlossen. Das heißt: Der Anwender verbindet sich bei HTTPS-Verbindungen direkt mit dem Webserver. Banking-Seiten, Ebay, Amazon und andere Online-Dienstleister sind also nicht betroffen, sofern sie HTTPS unterstützen. Das ist in den meisten Fällen aber Standard, jedenfalls überall da, wo es um Geld geht.
Vorsicht ist also nur bei normalen HTTP-Logins gegeben, diese sind meist bei Webforen, Blogs, Download-Seiten, Webmailern und kleineren Online-Händlern anzutreffen. Ob ein Login über HTTPS läuft, kann ganz einfach festgestellt werden: Alle Browser zeigen unten in der Statusleiste oder an anderer gut sichtbarer Stelle ein kleines Vorhängeschloss an, wenn es sich um eine sichere Verbindung handelt.






