Die DSL-Kundschaft kauft lieber teuer
Internet & Netzwelt: T-Online hat 3,52 Millionen DSL-Kunden
Da strampeln sich 1&1, AOL und freenet in jeder Fernsehpause ab, den Flatrate-Preis der Konkurrenz um noch ein paar Cent zu unterbieten, doch die potentielle Kundschaft läuft brav in den T-Punkt, die Apotheke unter den DSL-Providern: Im ersten Quartal 2005 konnte T-Online in Deutschland 295.000 neue DSL-Tarifkunden gewinnen - so viel, wie kein anderer Provider.
In nur einem Jahr wuchs die Zahl der DSL-Tarifkunden um 1,08 Millionen, von 2,44 Mio. Ende März 2004 auf 3,52 Mio., international sind es sogar 3,94 Millionen. Den 1,08 Mio. neuen Breitbandkunden stehen allerdings auch 670.000 Kunden gegenüber, die T-Online im ISDN-/Analogbereich verloren hat. Der Provider schafft es folglich nicht nur, seine Kunden zu einem Umstieg auf DSL zu bewegen, T-Online erreicht auch viele Neueinsteiger.
Ausschlaggebend für den Erfolg, so T-Online, sei der Strategiewechsel im letzten November gewesen. Seit Februar vermarktet die Telekomtochter den T-DSL-Anschluss auch unter eigenem Namen. Der Resale-Anschluss heißt nun - wenig originell - T-Online dsl. Der Erfolg wurde zwar mit höheren Ausgaben im Marketing erkauft, unterm Strich scheint die Rechnung aber aufgegangen zu sein.
Musicload mit einer Million Kunden
Zur CeBIT hat T-Online schließlich Voice-over-IP eingeführt, allerdings mit wenig überzeugenden Preisen. T-Online dsl und Voice-over-IP sind Teil des Triple-Play-Konzepts, nach dem der Provider seinen Kunden den Internetzugang sowie Unterhaltungs- und Kommunikationsdienste aus einer Hand bieten möchte.
In der dritten Säule, den Unterhaltungsdiensten, ist allerdings nur Musicload erfolgreich; über eine Million Kunden hatte der Musikdownload-Dienst Ende März. Video-on-Demand dagegen dümpelt vor sich hin. T-Online glänzt hier nicht mit großen Kundenzuwächsen, sondern verkündet immer wieder neue Vertragsabschlüsse mit der Filmindustrie. Allerdings oft direkt vom Schoß der Stodiobosse, während andere Video-on-Demand-Anbieter den umständlichen Weg über Zwischenhändler gehen müssen.
Insgesamt kann T-Online mit dem Start ins Jahr 2005 zufrieden sein. Der Umsatz stieg im Konzern von 489 auf 509 Millionen Euro, insbesondere ist es T-Online gelungen, nutzungsabhängige Gebühren in regelmäßig anfallende Grundgebühren zu verwandeln. Das Konzernergebnis lag bei 61,7 Mio. Euro, das EBITDA bei 96,6 Mio. Euro.
