Filesharing endlich sicher?
Verschlüsselung: PGP 9.0 schützt die Privatsphäre
Sicherheit
Auch die Oberfläche wurde verbessert: PGP 9.0 integriert sich nun vollständig in die Betriebssystem-Oberfläche. Weitere Neuerungen sind die Verschlüsselung von AIM-Verkehr, bei der restriktiven AIM-End User License ein durchaus sinnvoller Gedanke. Zudem lässt sich nun in Microsofts Outlook genau festlegen, welche Richtlinien für welchen Empfänger gelten sollen. Damit zum Beispiel User, die nicht im Besitz eines PGP-Keys sind, E-Mails weiterhin unverschlüsselt erhalten.
Sourcecode? Offen!
Ebenfalls enthalten sind die klassischen PGP-Features, zum Beispiel das sicherer Löschen von Datenträgern oder die Verschlüsselung von ZIP-Archiven. Insgesamt ist der Eindruck positiv, zumal die Sicherheitslücken der Version 7 und 8 nicht mehr vorhanden zu sein scheinen. Hier ließen sich Schlüssel manipulieren und Verschlüsselungen auf diese Weise knacken. Zur Sicherheit hat PGP den Sourcecode offen gelegt, damit Hacker sich im Zweifelsfall über die Sicherheit des Programms informieren können.
PGP Desktop 9.0 ist sowohl für Windows, als auch für Mac OS X erhältlich. In der Home-Version kostet eine Lizenz rund 70 Euro, die Professional-Variante ist für 200 Euro zu haben. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Home-Version keine Festplatten-Verschlüsselung bietet. Ansonsten sind die Versionen identisch und wer auf die Festplatten-Verschlüsselung verzichten kann, ist mit PGP-Home auf der sicheren Seite.
Nicht sehr günstig
Wer wenig Lust hat, die 70, beziehungsweise 200 Euro für das Tool zu bezahlen, ist gut beraten eine alte 6er-Version von PGP weiterzubenutzen oder sich nach den Open-Source-Varianten umzusehen: GnuPG oder OpenPGP sind die kostenlosen Alternativen, aber leider weit weniger komfortabel. Doch es gibt auch andere Alternativen: Ciphire zum Beispiel verschlüsselt ebenfalls den E-Mail-Verkehr. Im Gegensatz zu PGP verwaltet das Programm die Schlüssel online, was dem Komfort zugute kommt.
Und das Grinsen beim Abtransport des Rechners? Je höher die Verschlüsselung, desto sicherer die Festplatte. Das allerdings bringt nicht all zu viel, schließlich sammeln die Filesharing-Detektive die Beweise online. Und eine Verschlüsselung ist bisher kein Feature der beliebten Tauschbörsen. Und selbst wenn: Jeder Teilnehmer muss entschlüsseln können. Und genau hier setzen die Ermittler an. Filesharern kann PGP also nicht behilflich sein.
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