Filesharing endlich sicher?
Verschlüsselung: PGP 9.0 schützt die Privatsphäre
Christian Rentrop
Festplatte verschlüsseln? Gar kein Problem dank des neuen Pretty Good Privacy. Version 9.0 - das nämlich ist in der Lage dazu. Können Filesharer nun bei ihrer ganz privaten Razzia mit einem Grinsen zusehen, wie die Polizei den Rechner einsammelt? Grundsätzlich ja. Nur sollte man sich nicht all zu sicher sein.
Privatsphäre ist ein teures Gut in Zeiten von Anti-Terror-Gesetzen, exzessiven Marketings und Präventivüberwachung. Da sollten die Daten möglichst zusammengehalten werden, zumindest in Bereichen, in denen es nicht unbedingt nötig ist, Daten zu verschleudern. Und mal im Ernst: Wer hat schon Lust darauf, dass Server-Admins oder Geheimdienstler irgendwo auf der Welt die Liebesbriefe an die Freunde mitlesen? Oder die ICQ-Kontakte mit dem Kollegen aus dem Sudan? Hier hilft Pretty Good Privacy.
Echtzeit-Verschlüsselung der Festplatte
Pretty Good Privacy, das ist die kommerzielle Variante des Verschlüsselungs-Klassikers PGP. Und im Gegensatz zu den Open-Source-Varianten GnuPG und OpenPGP bietet die Software einige Goodies, die das Verschlüsselungs-Leben einfacher machen. Eines davon ist die Verschlüsselung der gesamten Festplatte in Echtzeit namens "PGP Whole Disk". Das heißt: Im normalen Betrieb ver- und entschlüsselt PGP laufend die vom Betriebssystem angeforderten Daten.
Das geht zwar auf Kosten der Rechenleistung, dafür sind die Daten auf der Festplatte ohne Passwort nicht zu erreichen. Mac OS X benutzt eine ähnliche Technik für sein File Vault. Hier wird allerdings nur der Benutzerordner im laufenden Betrieb ver- und entschlüsselt. Der User bekommt davon allerdings nichts mit, außer dass sich die Rechenleistung ein wenig verringert. Nicht nur Festplatten, auch USB-Sticks, CDs und DVDs können auf diese Weise verschlüsselt werden.
Völlig neue Architektur
Die neue Version von PGP ist 9.0 und soll auf einer völlig neuen Architektur basieren. Statt wie früher den Austausch von Schlüsseln manuell über einen zentralen Server durchzuführen, greift PGP inzwischen auf einen Proxy-Server zurück, der die Kommunikation verschlüsselt. Hier werden die Schlüssel automatisch abgelegt und verwaltet.
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