Mehr Schein als Sein

Handy-Viren: Die überschätzte Gefahr

Rund ein Jahr ist es her, dass mit Cabir der erste Handy-Wurm entdeckt wurde. Seither ist die Zahl der Handy-Viren konstant gewachsen und die Antiviren-Hersteller werden nicht müde, Antiviren-Lösungen für Mobiltelefone nachzulegen und vor den Schädlingen zu warnen. Ob die Handy-Viren aber tatsächlich eine Gefahr darstellen, ist fraglich.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Vermutungen und Panikmache
  2. 2Verbreitungsweg Bluetooth
  3. 3Warnhinweise schützen Anwender
  4. 4Was die Zukunft bringt

Vermutungen und Panikmache

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Schon länger wird vermutet, dass die Handy-Schädlinge keine wirkliche Bedrohung darstellen. Nun melden sich die ersten professionellen Kritiker der Mobilfunk-Panik zu Wort: Der britische Datenservice-Anbieter WDSGlobal kritisiert, dass in Sachen Handy-Sicherheit Realität und Wahrnehmung auseinander klaffen. Meist glauben die User nämlich, sich in einem Bedrohungsszenario zu befinden. Dieses Gefühl wird von den Marketing-Abteilungen der Antiviren-Hersteller gezielt gefördert.

"Es ist schon gut, wenn man sich der möglichen Gefahren bewusst ist. Was aber nicht akzeptabel ist, ist Medienrummel und Panikmache", so Doug Overton, Manager von WDSGlobal gegenüber dem Branchenmagazin CNet. "Wenn wir schauen, was sich in der Wildbahn befindet, so sind es gegenwärtig ungefähr 14 wesentliche Viren, wobei die große Mehrheit von ihnen aber eher gutartig ist."

Verbreitungsweg Bluetooth

Gutartig - das bedeutet nicht, dass sie nicht stören. Sie stellen jedoch keine wirkliche Bedrohung dar. Als beispiel sei die Medizin genannt: Gutartige Tumore bergen kein Gefahrenpotential, vermehren sich nicht und führen somit nicht zum Tod, sind aber je nachdem unangenehm und müssen entfernt werden. Übertragen auf Handy-Viren heißt das: Eine Cabir-Infektion ist im Grunde harmlos, trotzdem ist sie überaus störend. Entsprechende Schädlinge müssen trotzdem entfernt werden, und sei es nur, weil sie durch massiven Bluetooth-Missbrauch den Akku des Handys leer lutschen.

Dieser Verbreitungsweg birgt allerdings, genau wie auch SMS und E-Mail, kaum eine Gefahr. Die Würmer sind bisher allesamt für Symbian- und Windows Mobile-Systeme aufgetaucht, andere Handy-Systeme waren bisher nicht betroffen. Die Würmer müssen sowohl bei Annahme, als auch bei Ausführung bestätigt werden. Einmal abgesehen davon, dass sie ohnehin nur durch Aufruf vom User ihren Weg auf das Handy finden.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Virenschutz hier.

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