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OpenDarwin: Halbes Mac OS X für Intel-Rechner
Software
Mac OS X.4 "Tiger" ist der aktuelle Schritt in der Raubkatzen-Evolution von Apples Unix-Betriebssystem. Doch Mac OS X wird erst Mac OS X durch die Aqua-Oberfläche. Ohne den bunten Aufsatz ist Mac OS X nichts anderes als eine "OpenDarwin" genannte Variante von FreeBSD-Unix. Apple hat nun Darwin 8.0 veröffentlicht, der Motor des aktuellen Mac OS X - auch für Intel-Rechner.
Das Open-Source OS X
Mac OS X ist inzwischen ein Synonym für ein modernes und stabiles Betriebssystem. Doch Mac OS X wäre nicht einmal die Hälfte wert, wenn unter der Haube nicht ein stabiles Unix seinen Dienst verrichten würde. Das ist, im Gegensatz zur Aqua-Oberfläche, von Apple eindeutig als Open Source ausgewiesen. Weshalb es auch eine Version für Intel-Plattformen gibt - mit dem eindeutigen Segen von Apple.
Allerdings ist Darwin ohne Aqua so etwas wie Linux ohne KDE und Gnome, nämlich ein "reines" Unix mit Kommandozeile. Den meisten Users dürfte das nicht wirklich in den Kram passen, schließlich hat Klicki-Bunti den großen Vorteil, einfach zu bedienen zu sein. Kommandozeile hingegen bedeutet vor allem Texteingabe und kryptische Unix-Parameter.
Flott in der Kommandozeile
Dafür sind Kommandozeilen-Unixe, sofern sie richtig bedient werden, unglaublich schnell. Erst die Performance eines "nackten" Unix, sei es FreeBSD, auf dem Darwin basiert, oder Linux im Sinne eines Linus Torvalds, führt Usern vor Augen, wie es möglich war, mit der Rechenleistung eines C64 Menschen zum Mond zu schicken. Und, was noch wichtiger ist, wieder gesund nach Hause zu holen. Das wird im Zeitalter der bunten Klickorgien gerne vergessen.
Fakt ist: Für das Gefühl schlechter Performance sind die immer neuen Auswüchse grafischer Spielereien "schuld". Doch sie machen Computer erst zur Massenware. Schließlich ist jeder Rechner grundsätzlich auch per Kommandozeile voll bedienbar, nur eben wesentlich komplizierter. Dafür soll die Bedienung per Kommandozeile aber wesentlich effizienter sein, statt der Klickorgien reichen einige Parameter und die Arbeit ist getan.
Evolution mit Open Source
Open Darwin steht nicht wie andere Linuxe unter der GNU Public License, sondern unter Apples Public Source License. Da Apple seinen Gewinn aus der Open-Source-Bewegung für Mac OS X zieht, gibt die Firma natürlich auch wieder an die Open-Source-Gemeinde zurück. Natürlich betrifft das nur die Fortentwicklung im Rahmen von Darwin, alles, was Mac OS X letztlich interessant macht, also die gesamte Aqua-Technologie, ist bei Apple unter Verschluss.
Dennoch: Auch ohne Aqua ist Open Darwin eine Linux-Alternative für Unix-Puristen, die sich auszuprobieren lohnt. Vor allem deshalb, weil es eine gute Grundlage für ein Mac OS X auf Intel-Plattformen darstellt. Alternative Oberflächen wie X11 funktionieren natürlich auch auf Darwin. Wenn sich jetzt noch jemand finden würde, der die Aqua-Oberfläche nachprogrammiert, wäre OS X auf dem PC Realität. Viel Spaß bei dieser Aufgabe.
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