Folie gegen WLAN-Datenschleudern
Spyguard: Sicher surfen im WLAN-Bunker
Kabellose Netze sind ein Sicherheitsrisiko. Die Funknetze sind recht auskunftsfreudig. Selbst Verschlüsselung und Verstecken helfen wenig, wenn ein Angreifer sich wirklich an die Daten heranmachen möchte. Ein britischer Hersteller hat sich des Problems jetzt angenommen und macht zumindest Fensterscheiben dicht gegen flüchtige Funksignale.
Das größte Problem bei Funknetzen ist und bleibt ihre kaum definierbare Reichweite. Die Funksignale schmuggeln sich durch Türen und Fenster, quer über die Straße und lassen sich mit Spezialgerät gegebenenfalls noch mehrere Kilometer entfernt auffangen. Effizient gestoppt werden sie hingegen von dicken Stahlbeton-Wänden. Davon kann jeder ein Lied singen, der schon einmal in einem modernen Einfamilienhaus ein WLAN installieren wollte.
Folie kleben, fertig
Fenster hingegen bieten wenig Schutz gegen die Signalflucht. Deshalb hat der britische Sicherheitsanbieter GlassLock eine Folie entwickelt, die Glas für WLAN-Signale unpassierbar macht. Die durchsichtige Folie wird ähnlich aufgetragen wie Tönungsfolie in tiefergelegten Opels und soll effizient verhindern, dass sich Signale aus den eigenen vier Wänden herausstehlen.
Neben den WLAN-Signalen hält die Folie auch infrarote und ultraviolette Strahlung auf. Obendrein erlaubt die Folie auch eine Abdunklung, GlassLock hat drei Stufen im Angebot. Die Abdunklung ist weniger zum Sonnenschutz als vielmehr zum Schutz von Daten auf dem Monitor gedacht: Auf diese Weise können von Außen keine Daten vom Monitor abgelesen werden. Die Monitorstrahlung, mit deren Hilfe sich das Monitor-Bild rekonstruieren lässt, wird ebenfalls gefiltert.
Alles dicht?
Insgesamt soll die gesamte Palette moderner drahtloser Kommunikation abgeschirmt werden: WLAN, Bluetooth, Mobilfunk, ja sogar RFID-Chips und andere Frquenzband-Verschmutzer. Der Vorteil: Niemand wäre mehr in der Lage, die entsprechenden Funksignale aufzufangen, weil sie kurzerhand den Raum, in dem sie genutzt werden, nicht verlassen. Vorausgesetzt natürlich, dass niemand ein Fenster öffnet.
Der Produktname der Folie lautet "Spyguard" und wurde in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA, der National Security Agency, entwickelt. Geheimdienste in aller Welt sind natürlich stark an der Folie interessiert. Nicht nur, wenn es darum geht, sie selbst anzuwenden: Genau das gleiche Interesse gilt Käufern der Folien. Die werden nämlich grundsätzlich an den britischen Geheimdienst MI5 gemeldet. Damit der Geheimdienst weiß, wo es etwas zzu verbergen gibt.
