Mac OS X 10.4 im Netzwelt.de-Test
Mac OS X Tiger im Test: Das bessere Betriebssystem?
Komplettsysteme
Schrauben unter der Oberfläche
Von der Verbesserung der OpenGL-Fähigkeit sind vor allem Spiele betroffen. Die laufen nun wesentlich flüssiger und effizienter. Das Netzwerk-Protokoll "Rendezvous" heißt wegen rechtlichen Problemen jetzt "Bonjour", die Netzwerk-Kompatibilität zu Windows- und Linux-Netzwerken wurde erneut erhöht. Insgesamt ist Mac OS X.4 "Tiger" also ein ordentliches Update.
Bemerkenswert ist, dass Apple es trotz neuer optischer Effekte erneut geschafft hat, das System schneller zu machen - das sollte den Entwicklern im Windows- und Linux-Lager schwer zu denken geben. Apropos bemerkenswert: Es gibt wieder mehr System-Sounds. Auf die hatte Apple seit Mac OS X weitestgehend verzichtet, sehr zum Leidwesen vieler Macuser. Mit Tiger kommen sie wieder, zwar nicht in dem Ausmaß eines Windows oder Mac OS 9, aber immerhin macht es hier und da wieder "Zöng", "Blubb", "Boing" und "Knister". Das ist hübsch.
Problemfälle
Doch bei all dem Lob dürfen auch die Probleme nicht vergessen werden: Bugfrei ist OS X.4 nämlich nicht. So blieb im Test schonmal das Dock hängen und ließ sich nur durch einen Neustart des Dock-Dienstes wieder zum Leben erwecken. Ebenfalls problematisch: Manche Disk-Images ließen sich von OS X.4 partout nicht mounten, obwohl sie es vor dem Update unter Mac OS X.3 noch taten. Interessanterweise kann dem Fehler über den Umweg des Brennprogramms Abhilfe geleistet werden.
Manche Programme stellten nach dem Update den Dienst ein, darunter der Stuffit-Expander. Das war besonders unangenehm, weil im Web nur Stuffit-gepackte Kopien des Packprogramms zu finden sind. Glücklicherweise konnte die Installationsdatei ungepackt von der X.3-Installations-DVD extrahiert werden. Die Fehler ließen sich aber durch Neuinstallation beheben. Einzig Systemprogramme wie Cocktail oder Onyx stellen den Dienst ein und warnen, dass sie nicht für Tiger optimiert sind. Da hilft nur das Warten auf die neue Version.
Das Fazit:
Sonst allerdings ist OS X erstaunlich fehlerfrei. Manchmal hakt es hier und da, aber nicht mehr als unter Mac OS X.3 - selbst das grausige Glücksrad gibt es wesentlich seltener zu sehen und auch der Programmstart ist sehr schnell. Ein Komplettabsturz des Rechners konnte selbst durch böses Herumgefuhrwerke mit bis zu 30 geöffneten Programmen nicht erreicht werden.
Insgesamt sind die 130 Euro für das Tiger-Update also eine lohnende Investition. OS X ist bunter, stabiler, schneller und anwenderfreundlicher denn je. Wer die neuen Funktionen einmal ausprobiert hat, wird sie nicht mehr missen wollen. Vor dem Kauf sollte allerdings überlegt werden, ob nicht in der nächsten Zeit ein neuer Rechner angeschafft wird, bei dem Tiger mitgeliefert wird.
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