Netscape-Nachfolger ist beliebtester Alternativbrowser
Download: Firefox knackt 50-Millionen Grenze
Tobias Röhrig
Einen Marktanteil von knapp zehn Prozent erreicht der alternative Browser Firefox nach nur sechs Monaten und tritt dem Internet Explorer ordentlich auf die Füße. Der ist zwar immer noch marktbeherrschend, muss sich aber jetzt nur noch mit 83 Prozent Marktanteil begnügen. Das teilte das IT Productivity Center mit seiner neuen Statistik Anfang dieser Woche mit. Ein kleines "Aua" wird sich auch Steve Ballmer, Chef von Microsoft da nicht verkneifen können. Lag doch der IE im letzten Jahr noch knapp über 90 Prozent.
Nun ist Firefox 50 Millionen mal runtergeladen worden und der Zähler steigt schnell weiter. Denn im Augenblick gibt es keinen Grund für langsahm wachsende Zahlen: Der Internet Explorer ist immernoch ein schlechter Browser, weist ständig neue Sicherheitslöcher auf und wird eher trödelnd von Microsoft weiterentwickelt. Erst im Sommer plant das Unternehmen, eine Beta-Version des Browsers rauszubringen.
Wann Microsoft fertig wird, steht in den Sternen. Gleichzeitig wird Firefox ohne Zweifel das Microsoft-Kunststück nicht nachmachen und sich binnen weniger Jahre den gesamten Markt einheimsen können. Denn dazu braucht man ein Quasi-Monopol bei Betriebssystemen und wirtschaftlich viel Einfluss. Nur so kann man nämlich einen Kartellprozess verlieren und dann nicht bestraft werden.
Nichts zu verlieren
Auf die Veröffentlichung der neuen Internet-Explorer-Version bereitet sich die Mozilla Stiftung jetzt schon vor: Nach der gleichzeitigen Entwicklung von Mozilla und Firefox, wollen die Entwickler sich jetzt nur noch auf Firefox konzentrieren und das E-Mail-Programm Thunderbird nach vorne treiben. Beide Programme sind nämlich schlanke und schnelle Einzelversionen, während Mozilla eine ganzes Programmpaket ist.
Das wiederrum ist ein Nachfolger des Browsers Netscape, der vor Einführung des Internet Explorers der meistgenutzte war. Microsoft liefert aber seit 1998 seinen Browser mit jeder Windowsversion mit. Die meisten Nutzer steigen aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit nicht extra auf einen anderen Browser um. Nur so konnte der Weltkonzern sein vergleichsweise schlechtes Internetprogramm so stark in Umlauf bringen.
Dass die Marktstellung des Internet Explorers leicht angekrazt werden konnte, feiern die Fans, die auf eine Geschenkaktion der Mozilla Stiftung reagieren. Die vergeben nämlich Preise für verrückte Ideen, die per Foto zugeschickt werden. Darunter der selbstgebackene Firefox-Kuchen, der selbstgemachte Firefox-Hut und das Firefox-Tattoo.
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