Der Shootingstar unter den DSL-Providern
Alice-DSL: Schön schnell und günstig
Michael Knott
Zum Vergleich: Freenet hatte zum Jahreswechsel 350.000 DSL-Kunden - allerdings mit deutschlandweiter Werbung und einer Verfügbarkeit an jedem T-DSL-Anschluss. So gute Bedingungen hatte Alice-DSL nicht. Hierin liegt aber auch eine Chance: Mit jeder neu angeschlossenen Stadt werden neue Kunden angesprochen. Freenet kann nur noch die Kunden gewinnen, die sich vor einem halben Jahr noch nicht überzeugen ließen.
Alice könnte somit bald zu den großen DSL-Playern in Deutschland gehören - trotz der mangelnden Verfügbarkeit. Seit Februar 2005 ist der Provider neben Hamburg auch in Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt und Lübeck vertreten. Dort werden laut Alice-DSL aber 17 Prozent aller deutschen Haushalte erreicht. Aus diesem Grund setzt der Provider auch auf Plakatwerbung, ein Spot im Fernsehen würde einfach verpuffen. Im nächsten Schritt sollen dann Rostock, Karlsruhe, Offenbach und Teile des Ruhrgebiets angeschlossen werden.
Mehr Bandbreite als T-DSL
In diesen Städten mietet Alice-DSL die letzte Meile von der Deutschen Telekom und realisiert ihre Anschlüsse über eigene Technik - ähnlich wie Arcor oder Versatel. Zum DSL-Anschluss gibt es deshalb auch einen eigenen Telefonanschluss und kein Voice-over-IP. Ein weiterer Vorteil der eigenen Technik ist auch, dass Alice einen DSL-Zugang mit eigenen Bandbreiten anbieten kann. Trotz der technikfreien Werbung hat der Provider dennoch eine Zielgruppe im Sinn, die diese Vorteile zu schätzen weiß.
Im Programm sind zwei DSL-Anschlüsse mit 1,5 und 5 Mbit/s downstream. Der dazugehörige Upstream beträgt 500 bzw. 192 kbit/s. Die Deutsche Telekom bietet mit T-DSL 3000 und 1000 jeweils etwas weniger, lediglich ein Äquivalent zum T-DSL-2000-Anschluss ist bei Alice-DSL nicht erhältlich. Stattdessen können Kunden mit dem kleinen Breitbandhunger zwischendurch auf Knopfdruck von 1,5 auf 5 Mbit/s hochschalten. In dieser Zeit werden allerdings 1,5 Cent pro Minute berechnet.
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