Skype vs. SIP - Internet-Telefone unter sich
Kein klarer Sieger
Technik
Laut eigenen Angaben funktioniert Skype auch mit einer ISDN- oder gar Modemverbindung. Zwar konnte netzwelt.de diese Funktion noch nicht testen, es gibt aber Berichte von Nutzern, bei denen es funktioniert. Zwar ist es auch mit SIP möglich, über Schmalbandverbindungen zu telefonieren, die entsprechenden Codecs sind jedoch teuer und werden deshalb von den meisten Providern nicht angeboten.
SIP hat allerdings den Vorteil, dass es sich fast beliebig erweitern lässt, da SIP nur für die Signalisierung zuständig ist. Der Datentransport wird von anderen Protokollen erledigt, und so kann problemlos auch Videotelefonie auf SIP aufgesetzt werden. Skype hällt sich in Schweigen, was technische Details angeht. Doch auch hier werden die Entwickler nicht ruhen - schließlich haben es die Skype-Entwickler geschafft, innerhalb von weniger als zwei Jahren ein gutes und beliebtes Programm zu erfinden. Und sie werden sich sicher nicht darauf ausruhen.
Es gibt keinen Sieger im Vergleich von SIP und Skype, dazu sind die Ansätze zu verschieden. Gerade in Kombination aber werden sie Telefonie verändern und haben bereits begonnen, es zu tun: Wo früher gemailt wurde, wird heute angerufen. Und wer VoIP nutzt, braucht sich nicht mehr um Call-by-Call-Vorwahlen zu kümmern.
Trotzdem hat Skype in einigen Disziplinen die Nase vorn: Wer Freunde im Ausland hat, findet über Skype die Möglichkeit, sie kostenlos anzurufen. So verkleinert sich die Welt: Früher war es ICQ, jetzt wird "geskypet". Und auch den Geldbeutel einer Wochenendbeziehung kann Skype entlasten, sogar dann, wenn beide nur ein Modem besitzen.
Ersatz fürs Festnetz: Im Moment nur SIP
Wer allerdings ganz auf VoIP setzen möchte, kommt um SIP nicht herum: Mangels Hardware und deutschen Rufnummern kann Skype das Festnetz noch nicht ersetzen, SIP-Geräte allerdings sind vollwertige Telefone: Anrufbar, unabhängig vom PC und mittlerweile ausgereift genug, um den Wettbewerb mit dem Festnetz aufzunehmen.

