Im Test: Vodafone Mobile Connect Card UMTS

Ganz entspannt auf dem Sofa

Mit DSL nicht vergleichbar, aber trotzdem annehmbar: Stationär und mit UMTS macht die Mobile Connect Card eine gute Figur - beim Surfen ist der Unterschied zu DSL 1000 nicht allzu groß. Die durchschnittlich erreichbare Übertragungsrate liegt nach Vodafone-Auskunft bei 200 bis 270 kilobit pro Sekunde - einen Wert, den wir allerdings nicht erreichten. Wir beobachteten allerhöchstens 140 kbit/s - und das unterwegs in der Straßenbahn.

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Verwundert, mitten in der Bonner Innenstadt nur zwei von fünf Balken Netzabdeckung zu erreichen, fragten wir im Vodafone-Shop gegenüber der Netzwelt-Redaktion nach. Der Verkäufer wusste Bescheid: Der UMTS-Sendemast befinde sich nur wenige Meter in Luftlinie über uns, deshalb sei der Empfang in einem schmalen Kegel wirklich nicht so toll. Und tatsächlich - schon am Hauptbahnhof, keine 100 Meter weiter, nimmt der Empfang rapide zu.

Mit der Linie 66 nach Siegburg

Eine Straßenbahnfahrt stellt für den UMTS-Empfang schon eine Extremsituation dar - das bestätigte uns Heiko Witzke von der Vodafone-Pressestelle. Innerhalb der Bonner City hatten unser Testgerät jedoch keine Probleme, einen vernünftigen Zugang zu erhalten, der reichte sogar noch wenige Kilometer über die Stadtgrenze hinaus. Surfen und E-Mailen war auch hier kein Problem, der TV-Stream ließ aber schon in der Stadt zu wünschen übrig.

Den Tagesschau-Stream beispielsweise sollte man gar nicht erst in Breitband-Qualität versuchen; das artet in einer Dia-Show aus. Die Bandbreiten-Option Modem/ISDN dagegen ist für UMTS in der Straßenbahn gerade noch zumutbar, kann der der DSL-Performance aber noch lange nicht das Wasser reichen. Richtig kriminell wird der Stream über das Handy-Netz GPRS - hier ist der Moderator selbst im stationären Betrieb vollkommen anonymisiert.

Schleppender Übergang zu GPRS

In den in den UMTS-Randgebieten sieht es im mobilen Betrieb schlecht aus - ständig klammert sich die Software am letzten UMTS-Empfangsbalken fest, und der Wechsel zu GPRS dauert bis zu 30 Sekunden. Ist dann an der nächsten Haltestelle wieder das UMTS-Netz verfügbar, wechselt die Software erneut die Übertragungsart. Auch wenn diese Pausen nervig sind, vermeidet der Netzbetreiber größere Ärgernisse.


Da die IP-Adresse trotz des Netzwechsels die Gleiche bleibt, hat so ein Übergang keine Auswirkungen auf einen bestehenden Login in einem Forum oder E-Mail-Account. Und wer im Voraus damit rechnet, das UMTS-Gebiet zu verlassen, kann das GPRS-Netz bevorzugt verwenden. So lassen sich die Übergänge ganz vermeiden - die UMTS-Übertragungsrate ist dann aber nicht nutzbar.

Besonders wenn es in der Umgebung ruhig und friedlich ist, sticht im GPRS-Betrieb eines ins Auge, besser gesagt ins Ohr: Nicht speziell abgeschirmte Notebook-Speaker geben das typische Handynetz-Summen wieder. Das ist zwar nur ganz leise, doch andere Audiogeräte in der Nähe werden ebenfalls beeinflusst - je näher, desto stärker. Wenigstens hat dieses Summen einen Vorteil: Der Nutzer wird an die ständige Strahlung erinnert.

Highspeed-Internet?

Geschwindigkeit im Funknetz ist so eine Sache. Auch wenn 270 kilobit pro Sekunde praktisch möglich sind, hängt die Übertragungsrate immer noch von besonderen Umständen ab - Netzabdeckung, Bewegung und Anzahl der Teilnehmer. Dann gibt es da noch kurzzeitige Aussetzer, die besonders längere Übertragungen betreffen, wie zum Beispiel Dateitransfers in unserem Speedtest.

So kam es regelmäßig zu größeren Pausen, in denen der Down- oder Upload regelmäßig aussetzte und die Vodafone-Software eine momentane Transferrate von 0 kbit/s anzeigte. Seltsam, denn für andere Browserfenster war die Leitung auf Anfrage sofort und mit üblichen Geschwindigkeiten verfügbar. Aber gerade wegen diesen Pausen sieht der Mobilfunk-Speedtest nicht gerade gut aus.

Über GPRS erreicht unser Testgerät dürftige zwölf kilobit pro Sekunde im Upload und 33 kbit/s im Download; schnellster angezeigter Wert in der Software sind 55 kbit/s - das entspricht in etwa dem analogen Telefonmodem. Die Reaktionszeit (Ping) beträgt stolze 486 Millisekunden. Zum Vergleich: Eine einfache 1000er DSL-Leitung erreicht rund 140 kbit/s im Upload und 700 kbit/s im Download bei einem Ping von 60 Millisekunden.


Drei mal schneller

Die UMTS-Ergebnisse sehen etwas besser aus, reichen aber nicht an die Vorgaben heran: Der schnellste gemessene Upload liegt bei 35 kbit/s, der Download bei 77 kbit/s. Der höchste kurzzeitig gemessene Wert lag bei 140 kbit/s, der beste Ping bei 161 Millisekunden.

Damit ist UMTS in der Praxis rund drei mal schneller als das GPRS-Netz. Bei den Transferraten ist UMTS mit ISDN vergleichbar, das seinerseits 64 kbit/s liefert. Beim Ping kann es wiederum nicht mithalten - den Ego-Shooter sollten über UMTS nur ambitionierte Selbstmörder spielen.

Der Hotspot bleibt kalt

Wer unterwegs einmal eine bessere Verbindung haben will - sei es wegen des Komforts oder einem größeren Dateianhang - hat mit der Mobile Connect Card UMTS auch die Option, einen Hotspot aufzusuchen. In der Betriebssoftware sind allerdings nur Vodafone- und o2-Hotspots aufgeführt, T-Spots und private WLAN-Netzwerke lässt die Vodafone-Karte außen vor.

Schade, denn neben den WLAN-Routern in Uni, FH, Büro oder daheim sind selten öffentliche Hotspot verfügbar. Verständlich ist die Bindung an bestimmte Hotspots von der geschäftlichen Seite: Ähnlich wie an den technisch machbaren Ad-Hoc-Netzwerken für Handys lässt sich an privaten WLAN-Netzwerken nunmal nichts verdienen. Und bei diesen Preise verdient Vodafone ganz gut.


Ein teurer Spaß

Internet überall ist toll, aber vor Allem teuer. Bei einem Vertrag von 24-monatiger Laufzeit bietet Vodafone je ein freies Zeit- oder Volumenkontingent zum gleichen monatlichen Preis an: 100 Stunden oder 500 Megabyte kosten stolze 110 Euro; für zwei Stunden oder 10 MB verlangt Vodafone 10 Euro - anderswo bekommt man dafür schon eine ungedrosselte Flatrate.

Zuhause ist es dagegen günstiger - hier gibt es für 34 Euro monatlich das Paket "Vodafone Zuhause Web" mit entweder 5 Gigabyte oder 60 Stunden im Freikontingent. Dieser Tarif ist dann auf die Wohnung beschränkt, lässt sich aber für den mobilen Einsatz mit den Standard-UMTS-Tarifen kombinieren.

Astronomische Preise vs. Niedrige Geschwindigkeit

Für den mobilen Einsatz der Vodafone Mobile Connect Card UMTS sind die Preise mehr als abgehoben - man merkt, dass der Mobilfunkkonzern all das wieder eintreiben muss, was er für die UMTS-Lizenzen und den Netzausbau ausgegeben hat. Wer nicht gerade geschäftlich oder wegen eines zwanghaften Browserspiels immer und überall auf das Internet angewiesen ist, braucht den mobilen UMTS-Zugang kaum.

Den Vergleich mit DSL hält Vodafone Zuhause Web nicht stand. Ein bisher mit ISDN zufriedener Gelegenheitssurfer wird jedoch mit dem stationären UMTS-Anschluss seinen Spaß haben - sind doch Volumen und Übertragungsraten dem ISDN-Anschluss überlegen und auch preisgünstiger. Hat man zudem keine Gewissensbisse wegen der für Mobilfunkgeräte typischen Strahlung, ist Vodafone Zuhause Web eine echte Alternative - zwischen ISDN und DSL.