Panda spuckt Neuigkeiten
60 Prozent aller Computerschädlinge sind Spyware
Christian Rentrop
Spyware - die Pest des Internets. Überall lauern kleine Programme, deren Ziel nicht die Zerstörung, sondern die Ausbeutung sind. In der Hierarchie der Schädlinge haben sie den Posten der Finanzbeamten. Sie sorgen dafür, dass bei den Programmierern die Kasse stimmt. Und wie in der richtigen Welt gibt es viel zu viele von ihnen.
Trojaner und Geldsammler
60 Prozent aller Malware ist Spyware. Das verkündete nun das Antiviren-Unternehmen Panda-Software. So sind zumindest die Werte im ersten Quartal 2005 gewesen. Immerhin fünf Prozent davon entfallen auf Download-Spyware, also Spyware, die weitere Spyware herunterlädt. Ganz fiese Zeitgenossen also. Weitere 18 Prozent sind "echte" Trojaner, also Programme, die dazu ausgelegt sind, persönliche Daten abzugreifen.
Der Rest der 60 Prozent entfällt auf klassische Spyware, solcherlei bremsende Nervensägen wie Bonzi Buddy oder Gator, die vor allem in P2P-Programmen und Freeware zu finden sind. Die sind vergleichsweise harmlos, erheben aber Daten über die Netznutzung eines Surfers. Sie nerven vor allem durch erhöhte optische Penetranz, Buglastigkeit und die dadurch bedingte Unzuverlässigkeit des Rechners.
Aktuelle Plagestatistik
Im Anbetracht der aktuellen Wurm- und Virusplage ist eine Rate von 60 Prozent aller Malware durchaus beachtlich. Das bedeutet, dass wesentlich mehr Spyware als andere Schädlinge unterwegs sind. Damit dürfte ein großer Teil der Rechner-Infrastruktur von derartigen Programmen befallen sein. Das ist aber auch kein Wunder, stellen doch viele Programme den Dienst ein, wenn man ihre Spyware mit Tools wie Spybot entfernt.
Die Spyware-Rate zeigt erneut, dass sich die Schädlings-Entwickler immer häufer dem lieben Geld zuwenden. Immer Viren und Würmer machen eben auf Dauer keinen Spaß und vor allen Dingen auch kein Geld. Doch Geld regiert die Welt und am Ende landet selbst der ehrenhafteste Turbo-Cracker bei irgendeinem Software-Unternehmen, der Spyware-Mafia oder eben im Gefängnis.
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste
Doch das heißt noch lange nicht, dass Würmer und Viren aussterben. In diesem Bereich geht es fast ausschließlich darum, den anderen Crackern und Skriptern zu zeigen, wo der Hammer hängt. Entsprechend schnell rüsten die Programmierer auf, es geht darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Viren und Würmer in Umlauf zu bringen. Viele von ihnen verbreiten sich kaum, doch wenn sie sich verbreiten enthalten sie, wie sollte es anders sein, Spyware.
Insgesamt sind die Zahlen, die Panda vorlegt nicht wirklich beängstigend. Die Entwicklungstendenz der Malware ist seit Monaten bekannt. Malware wurde als Markt entdeckt, entsprechend hoch ist die Tendenz zur Kommerzialisierung. Gegen die meisten Schädlinge hilft allerdings eine gehörige Portion Vorsicht und ein sicheres Betriebssystem.
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