Offensive gegen die Kunstblut-Klientel

Gaming: Frontal 21-Reportage über brutale Spiele erhitzt Gemüter

Kritisch, investigativ, unerschrocken: So beschreibt sich das ZDF-Magazin Frontal 21 selbst. Unerschrocken müssen die Damen und Herren der Frontal 21-Redaktion auch sein, schließlich legte man sich am gestrigen Abend zum wiederholten Male mit den Konsumenten von Killerspielen an. Und die sind bekanntlich nicht zimperlich.

Frontal 21

Zumindest sollen die aggressiven Reaktionen auf die vorangegangene Frontal 21-Sendung zum Thema diesen Eindruck vermitteln, die man zu Beginn des Beitrags verlas: "Man [kann] sich nur wünschen, dass es ein paar wenige Spieler in der Redaktion gibt, die auf die Idee kommen, den Amoklauf von Erfurt aus Recherchegründen live in Ihrer Redaktion nachzuspielen."

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Ein anderer übt sich derweil in Djihad-Rhetorik: "Jetzt wurde uns endgültig der Krieg erklärt", poltert der Wirrkopf in seiner Mail an das Fernsehteam und fordert alle Gamer zum Kampf auf.

Keine Killer im Chat

Sieben Minuten dauerte die GEZ-gestütze Offensive gegen die Kunstblut-Klientel. Gezeigt wurden drastische Szenen aus Spielen, die mit den gern gescholtenen Ego-Shootern nichts zu tun haben. Einzige Ausnahme: "Doom 3". Um der Warnung vor dem Konsum von Killerspielen ein wissenschaftliches Mäntelchen überzustülpen, holten die Fernsehautoren Meinungen aus den Bereichen Neurobiologie und Psychologie ein. Den wohl interessantesten Beitrag leistete Prof. Manfred Spitzer, Neurobiologe an der Uniklinik Ulm. Seine Theorie: "Ein friedfertiger Mensch, der viel Videospiele spielt, ist am Ende gewaltbereiter als ein eher gewaltbereiter Mensch, der gar nicht spielt."

Im Anschluss an die Sendung drängten Hunderte in den Chatraum, wo mit Rainer Fromm und Thomas Reichart die Macher des Beitrags warteten. Es gab viele Fragen, aber kaum Antworten - wie so oft, wenn es um das Thema Gewalt und Computerspiele geht. Die Beiträge der zumeist jugendlichen Spielefreaks waren selten konstruktiv, aber - und das passte so gar nicht ins Bild - zu keinem Zeitpunkt aggressiv. Im Gegenteil: Ein Teilnehmer schlug vor, Blut durch Blümchen zu ersetzten und Waffen durch Plastikbesteck. Keine unsympathische Idee.

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