ESA und Siemens rüsten Zug mit Internet aus
Vier Mbit bei Tempo 300
Internet & Netzwelt
Schön mit dem Zug von Köln nach Paris heizen und dabei zur Einstimmung "Moulin Rouge" als Livestream am Laptop gucken? Eindeutig Zukunfstmusik, vielleicht aber doch in absehbarer Zeit möglich? Siemens und die Europäische Raumfahrtagentur ESA testen zurzeit schnelle Satellitenzugänge im europäischen Hochgeschwindigkeitszug Thalys.
Dabei ist nach Angaben von Siemens erstmals gelungen, eine Verbindung mit vier Mbit im Down- und zwei Mbit in Upstream herzustellen, und das bei voller Fahrt mit Tempo 300. Dies gelang im Rahmen eines Tests, mit dem die beteiligten Firmen sowhl die technischen Machbarkeit als auch die Kundeakzeptanz testen möchten.
Satelliten und Bewegung - das passt eigentlich nicht zusammen
Die Kundenakzeptanz dürfte bei diesem Unternehmen wohl das geringste Problem sein, denn wer würde unterwegs nicht gerne mal ins Internet. Letztendlich ist es eigentlich nur eine Kostenfrage. Um so schwieriger ist allerdings die technische Umsetzung:
Zunächst muss das Signal vom Satelliten in den Zug. Wer aber zu Hause eine Satellitenschüssel besitzt, kennt das Problem: Bereits eine kleine Abweichung reicht, um die Verbindung zu stören oder ganz zusammenbrechen lassen. Also musste einen Antenne her, die den Satelliten ständig verfolgt, und das sehr Präzise.
Nicht umsonst
Die Antenne, die natürlich auf dem Zugdach befestigt ist, und die zugehörige Software hat die ESA entwickelt. In den Zügen wird der Internet-Zugang mittels WLAN bereit gestellt, wofür Siemens sorgt. Geld soll das ganze aber auch kosten, deshalb erhalten die Kunden zusammen mit ihrer Fahrkarte einen Benutzernamen und ein Passwort, mit dem sie sich ins WLAN einoggen können. Darüber wird auch abgerechnet, denn bekanntlich bekommt man ja nichts umsonst.
Wenn die Testphase erfolgreich läuft, sollen alle 28 Thalys-Züge auf der Strecke Brüssel - Paris mit fahredem Internet ausgerüstet werden. Preise gibt es noch keine. Doch ein Problem wird bis dahin nicht gelöst sein: Satellitenverbindungen funktionieren nicht, wenn man durch einen Tunnel fährt.
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