Mit VoIP auf das herkömmliche Telefon verzichten?
DSL ohne Telefonanschluss - das wärs
Voice over IP
Wozu braucht man eigentlich einen Telefonanschluss, wenn man DSL hat und VoIP nutzt? Richtig, überhaupt nicht. Warum also nicht einfach das Telefon abmelden und ganz auf VoIP umsteigen? So ließe sich ja schließlich die Grundgebühr sparen, immerhin mindestens 16 Euro pro Monat.
Doch zunächst macht einem die Telekom einen Strich durch die Rechnung: "Voraussetzung ist ein Telefonanschluss der Deutschen Telekom, T-Com (T-ISDN oder T-Net)." Doch wieso eigentlich? Schließlich schreibt das Telekommunikationsgesetz von 2004 vor: "Soweit Unternehmen Universaldienstleistungen erbringen, haben sie Leistungen so anzubieten, dass Endnutzer nicht für Einrichtungen oder Dienste zu zahlen haben, die nicht notwendig oder für den beantragten Dienst nicht erforderlich sind."
Zusammen, was nicht zusammen gehört?
Im Klartext: Was technisch nicht zusammengehört, darf auch nicht gebündelt verkauft werden. Und DSL funktioniert prima ohne Telefon, ebenso wie das Telefon ohne DSL funktioniert. Anders würde es bei VoIP aussehen, denn das funktioniert ja nicht ohne einen Internet-Anschluss. T-Com-Sprecher Frank Domagala begründet die Bündelung so: "Wir betrachten den Anschluss als Einheit in Bezug auf Sprach- und Datenkommunikation."
Das sieht freenet-Chef Eckhard Spoerr allerdings völlig anders: "Die Entbündelung des Telefon- vom DSL-Anschluss ist sehr wichtig und notwendig für Deutschland. Es besteht technisch keine Notwendigkeit für die so genannte 'Zwangsbündelung', und warum sollte der Kunde für etwas bezahlen, das überflüssig ist?"
Dass sich viele T-Com-Kunden einen reinen DSL-Anschluss wünschen, kontert Domagala mit folgendem Beispiel: "Was machen Sie mit einem Kunden, der einen Golf kaufen will, aber den Kofferraum und die Rückstizbank nicht braucht? Er muss den Golf so kaufen, wie er ist, auch wenn er Einzelteile davon nicht braucht." Mit dem einzigen Unterschied, dass Volkswagen schon längst einen Golf ohne Kofferaum anbieten würde, wenn jemand so etwas haben wollte. Bei der T-Com regiert aber offensichtlich das Angebot über die Nachfrage.
Telekom: "Das wird nicht kommen."
Domagala glaubt ohnehin nicht, dass es bald zur Entbündelung kommen wird: "Soweit ich das überblicken kann, wird das in nächster Zeit nicht kommen." Doch eigentlich müsste sich ja auch die Regulierungsbehörde (RegTP) dafür interessieren. RegTP-Sprecher Manfred Küster sieht seine Behörde aber nicht in Zugzwang: "Das ist die Sache der Telekom, so etwas anzubieten. Wir können der Telekom ja keine Geschäftsmodelle vorschlagen." So ganz ausschließen kann er ein Eingreifen aber nicht: Er könne nicht sagen, wann von Seiten der RegTP eine Verfügung dazu komme - grundsätzlich ausgeschlossen hat er die Entbündelung damit aber nicht.
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