Die perfekte Illusion

Wissenschaftsprojekt CyberWalk: der Virtualität nächster Schritt?

Gebetsmühlencharakter. Doch auch wenn die Grafiken inzwischen halbwegs realistisch sind, die Einbindung von Klangquellen akustisch korrekt: Eine perfekte Illusion bleibt vorerst Illusion. Die Intensität des Mit- und Nacherlebens einer simulierten Situation ist von Person zu Person unterschiedlich. Ein Rentner ohne Multimediabezug dürfte in "Half Life 2" nichts weiter sehen als eine Gefahr für Netzhaut und Sitte.

Cyberwalk

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Spaziergang durch die virtuelle Antike
  2. 2Nutzen nicht für die Unterhaltungsindustrie
  3. 3Simulierter Schmerz als nächster Schritt

Zum Schrittmacher für die virtuelle Realität könnte das Wissenschaftsprojekt CyberWalk werden. Forscher des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen wollen eine Laufplattform entwickeln, auf der sich Menschen ungehindert in virtuellen Welten bewegen können. An dem Projekt, das die Europäische Kommission mit 1,74 Millionen Euro unterstützt, sind auch Fachkollegen aus München, Zürich und Rom beteiligt.

Spaziergang durch die virtuelle Antike

Werbung

Ziel ist es, die Wahrnehmung und Bewegung des Menschen im Raum zu erforschen. Mittelfristig soll CyberWalk aber auch den Besuch antiker Stätten ermöglichen oder das sportliche Training in einem virtuellen Raum. Die visuellen Mittel, die dabei zur Anwendung kommen, sind keineswegs neu. Zur Erzeugung von virtuellen Welten bedienen sich die Wissenschaftler dreidimensionaler Nachbildungen von Städten, Szenen und Situationen - auf gleiche Weise funktioniert ein Computerspiel.

Als erste Anwendung ist ein Spaziergang durch die antike, ehemals persische Stadt Sagalossa geplant. Im Gegensatz zu einer passiven Betrachtung soll es mittels Projektionsleinwand oder Spezialbrille möglich sein, innerhalb einer Szene frei umherzulaufen und mit Inhalten zu interagieren. Um jedoch einer Person das Gefühl zu vermitteln, Teil einer Kunstwelt zu sein, müssen Dinge berücksichtigt werden, mit der sich Spieleentwickler bisher nicht oder nur bedingt auseinandergesetzt haben. Wenn sich bei einer Körperdrehung das Bild vor den Augen nicht im selben Moment mit der gleichen Geschwindigkeit bewegt, reagiert die menschliche Wahrnehmung empfindlich darauf. Die Wissenschaftler führen Schwindelgefühle und Unwohlsein auf derartige Abstimmungsprobleme zurück. Erfahrene Computerspieler mögen an schnelle und häufig verzerrte Perspektivenwechsel gewöhnt sein; der eingangs angesprochene Rentner dürfte jedoch damit Probleme haben.

Links zum Thema