Ebay-Platten auf Daten gecheckt
Test: Was ist drauf auf Ebay-Festplatten?
Christian Rentrop
Letzte Platte: Volltreffer!
Letzte Platte, letzter Versuch: 200 Gigabye von 2004. Eine fast neue Festplatte und die leise Hoffnung, dass es sich hier endlich lohnt. Volltreffer! Das Laufwerk ist sauber NTFS-Formatiert. Nur dummerweise nicht gelöscht. Auf der Platte befinden sich zwei Partitionen, auf der einen das System mit allen Programmen, auf der anderen Bilder, MP3s, Filme. Der Verkäufer war offensichtlich ein Filesharer.
Zwar hatte der Verkäufer seinen Benutzerordner gelöscht - E-Mails, Adressbücher und der Ordner "Eigene Dateien" waren verschwunden und ließen sich, NTFS sei Dank, auch nicht mehr von uns zurückholen. Aber auch ohne die Daten auf der Programme-Partition war die Platte sehr aufschlussreich. Unser vergesslicher Verkäufer steht offensichtlich auf Oralsex, hat eine extraordinäre Sammlung von Erotikbildern und Bilder eines Freundes auf der Platte.
Turbo-Trottel
Doch wie sieht unser Verkäufer aus? Er hat eine Katze namens Itchy, ist selber ein blondierter, etwas dümmlich dreinschauender Klops, der offensichtlich als IT-Techniker im Außendienst arbeitet, wie eine Rechnung belegt. Und scheint schonmal einen Audi A3 zersemmelt zu haben, wie sein Bilderordner "Handy" ziemlich offensichtlich verkündet. Auch Bilder von der Familie sind drauf, der Kumpel mit nacktem Oberkörper und natürlich persönliche Dokumente.
Insgesamt also hochnotpeinlich, was sich alles über unseren filesharenden Freund herausfinden lässt. Glück im Unglück für ihn, dass die Platte nur an uns ging und nicht an eine Ermittlungsbehörde oder womöglich einen Sympathisanten der Film- und Musikindustrie. Ein kleines Profil lässt sich trotzdem von ihm erstellen, das ausreichen würde, um ihn zumindest in seinem Heimatdorf ordentlich den Ruf zu ruinieren.
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