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Der Musikmarkt der Zukunft
Amerikanische Buchautoren wagen Blick in die Kristallkugel

von Christoph Scholl Uhr veröffentlicht

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Die beiden Autoren Gerd Leonhard und David Kusek haben in ihrem Buch "The Future of Music - A Manifesto for The Digital Music Revolution" einen Blick in die Kristallkugel gewagt und beschreiben, wie sich der Musikmarkt in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

Die beiden Autoren Gerd Leonhard und David Kusek haben in ihrem Buch "The Future of Music - A Manifesto for The Digital Music Revolution" einen Blick in die Kristallkugel gewagt und beschreiben, wie sich der Musikmarkt in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

Geht es nach den beiden Schriftstellern, sieht alles gar nicht so düster aus. Der Musikmarkt, wie wir ihn heute kennen wird zwar fast komplett von der Bildfläche verschwinden, aber es gibt auch ein Leben nach dem (Musikmarkt-)Tod.

Und dieses soll viele Vorteile bringen - für alle Seiten. Sowohl Künstler, Plattenlabels und nicht zuletzt die Endverbraucher profitieren in der Vision der beiden Autoren von der neuen Strukturierung des Musikmarktes.

CDs und DVDs wird es zukünftig geben

Dabei sehen Leonard und Kusek die CD und DVD laut dem Magazin Tonspion noch lange Zeit als Koexistenz zu den unaufhaltsam wachsenden (kommerziellen) Musik-Downloads. Die Inhalte der Tonträger werden jedoch auch weiterhin in irgendeiner Form im Internet zum Download auftauchen.

Statt sich jedoch Sorgen darum zu machen, wie sich dies verhindern lässt, sollte sich die Musikindustrie lieber Gedanken darüber machen, wie man dies kommerziell nutzen könnte. Nur weil die User von Tauschbörsen Musik umsonst herunterladen, würden sie sich trotzdem noch für die Produkte der Musikindustrie interessieren, so die Autoren.

Die Plattenfirmen müssten sich nur an die neuen Entwicklungen anpassen und nicht weiterhin an ihren alten Strukturen festhalten.

Veränderung im Download-Markt

Bei den kommerziellen Download-Anbietern wären Dienste wie der iTunes Music Store oder Musicload langfristig nicht die wahrscheinlichste Lösung. Nach Leonard und Kusek ist es falsch von der Musikindustrie Singlepreise auf Downloads anzusetzen. Es wäre nicht Sinnvoll das Marktmodell der CD-Singles einfach auf den Online-Markt zu übertragen.

Stattdessen würden sich wahrscheinlich Abo-Modelle zu Pauschalpreisen durchsetzen, wie sie heute schon von Napster, RealNetworks (mit Rhapsody) oder MusicNet betrieben werden.

Auch sprechen die Schriftsteller verschiedenen Nischenanbieter, beispielsweise Labels mit einer bestimmten Musikrichtung, mehr Einfluss auf dem Musikmarkt zu. Standen früher diesen Plattenfirmen nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Verfügung, ihre produzierten CDs an den Mann zu bringen, ermöglicht der (oft kostenlose) Download über das Internet eine weltweite Vertriebsmöglichkeit.

Künstler bekommen mehr Selbstbestimmung

Davon profitieren natürlich auch die Künstler. Ein Musiker muss auch heute schon nicht auf einen Plattenvertrag mit einem Major-Label hoffen, um seine Songs einem Publikum zur Verfügung zu stellen. Durch einen direkten Vertrieb über das Internet können Songs auch komplett ohne Plattenlabel verkauft werden.

Was heute noch in den Kinderschuhen steckt, soll sich zukünftig stärker entwickeln und vor allem den unbekannteren Künstlern die Möglichkeit geben, sich durch ihre Musik zu finanzieren.

Auch könnten sich die Autoren des Buches vorstellen, dass Musiker in der Zukunft nicht mehr nur danach bezahlt werden, wie oft ihre Musik verkauft wird, sondern wie oft sie tatsächlich angehört wird. Dies wird sicherlich in Zusammenhang mit den Abo-Modellen einiger Musikanbieter interessant, zumal die Songs von einigen Anbietern (zum Beispiel MusicNet) nicht heruntergeladen, sondern gestreamt werden.

Vorteile auch für Endverbraucher

Nicht nur Plattenlabels und Künstler haben in der schönen neuen Musikwelt von Leonard und Kusek Vorteile. Auch die Verbraucher profitieren in der Zukunftsvision der Autoren vom neuen Musikmarkt.

Vor allem bekommen die Musik-Fans einen größeren Einfluss auf das Angebot am Markt. Stars und Trends werden nicht mehr in den Marketingabteilungen der Major-Labels gemacht, sondern von den Fans bestimmt. Internet-Foren und Communitys sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Hier tauschen sich die Fans aus und hier soll zukünftig die Basis für neue Trends liegen, die direkt von den Verbrauchern kommen.

Schöne neue Musikwelt

Das sich der Musikmarkt in den nächsten Jahren so entwickelt, wie die beiden Autoren es in ihrem Buch beschreiben, ist eher unwahrscheinlich. Vor allem ein Umdenken der Major-Labels von harten Bekämpfern des Filesharings zu kommerziellen Nutzern scheint noch in weiter Ferne zu liegen.

Bisher stellen sich die großen Labels stets quer beim Thema P2P. Die Nutzung von Tauschbörsen zu Promotion- und Vertriebszwecken (womöglich mit der kostenlosen Verteilung von Songs, um andere Produkte, wie Liveacts oder Merchandise-Artikel zu verkaufen) scheint heute fast undenkbar.

Suchmaschine für Musik

Trotzdem zeigen sich in den Visionen der Autoren auch einige Punkte, die sich so entwickeln könnten, wie von Leonard und Kusek erdacht. Vor allem ein Wandel bei den Download-Diensten von Pay-Per-Song-Abrechung zu Abo-Modellen mit einem monatlichen Pauschalbetrag könnte sich in den nächsten Jahren vollziehen. Erste Ansätze hierzu sind bei Napster und Rhapsody erkennbar, die schon heute erfolgreich Musik-Abos anbieten.

Auch eine größere Selbstbestimmung der Künstler könnte sich in den nächsten Jahren entwickeln. Seiten wie MP3.com bieten Musikern schon jetzt die Möglichkeit ihre Songs ganz ohne Label oder Promotionagentur über das Internet zu verkaufen.

Das Problem dabei: Wie finden die Musikfans die Songs, die nicht über verschiedene Promotionwerkzeuge bekannt gemacht werden? Abhilfe hierzu könnten Suchdienste im Internet schaffen, die speziell auf das Finden von Musik ausgelegt sind - übrigens auch eine Vision von Leonard und Kusek...

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Der Musikmarkt der Zukunft
Der Musikmarkt der Zukunft
Die beiden Autoren Gerd Leonhard und David Kusek haben in ihrem Buch "The Future of Music - A Manifesto for The Digital Music Revolution" einen Blick in die Kristallkugel gewagt und beschreiben, wie sich der Musikmarkt in den nächsten Jahren entwickeln könnte.
http://www.netzwelt.de/news/70920-musikmarkt-zukunft.html
2005-04-22 15:54:00
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Der Musikmarkt der Zukunft