Unnötige Datensammlungen im öffentlichen Personennahverkehr

Bus & Bahn: RFID-Tickets statt Fahrscheinen

"Ihre Fahrkarte, bitte." Ein Satz, der wahlweise ein genervtes "Schon wieder?" oder die blanke Panik erzeugt. Der Fahrschein-Kontrolleur kennt keine Gnade und wer seinen schein "vergessen" hat, kriegt eine Anzeige samt Bußgeld. Notorische Schwarzfahrer setzten deshalb bisher auf ihr Glück - und den Personalmangel bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben. Dank RFID soll das nun anders werden: RFID-Tickets könnten die Kontrolleure ablösen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Logistischer Alptraum
  2. 2Automatische Fahrkartenkontrolle
  3. 3Totale Überwachung
  4. 4Das Ende der Monatstickets?
  5. 5Wer wann wohin?
  6. 6Die Herrschaft der Betriebslogistik

Logistischer Alptraum

Der öffentliche Personen-Nahverkehr hat so seine Schwierigkeiten mit der Effizienz. Sollen Linien mit wenig Verkehr aufgelöst werden? Wie hoch ist der Anteil der Schwarzfahrer? Wann sind die Busse am stärksten ausgelastet? Muss vielleicht die Frequenz erhöht werden? Bisher wurde das meist mit studentischen Aushilfen erledigt. Die kontrollierten die Fahrscheine oder zählten die Fahrgäste.

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Allerdings ist so etwas teuer: Selbst Aushilfen möchten heutzutage mindestens 6 Euro pro Stunde sehen. Feste Mitarbeiter kosten nicht nur Lohn, sondern auch Sozialversicherung. Und auch der größte Personalaufwand wird es nicht fertig bringen, alle Busse auf allen Linien zu jeder Zeit zu kontrollieren. Für Betriebswirte und Logistiker ein Alptraum.

Automatische Fahrkartenkontrolle

Das dachte sich auch der Telekom-Ableger T-Systems und hat nun für Verkehrsunternehmen ein vollelektronisches Fahrschein-System entwickelt. Um die Logistiker glücklich zu machen auf RFID-Basis, damit alle Fahrgäste problemlos beim Ein- und Aussteigen ein- und ausgebucht werden. Und zur Freude der Betriebswirte spart ein solches System die Kosten für die Aushilfen, die zählen und Fahrscheine kontrollieren. Alles paletti also.

Der Fahrgast bekommt statt des üblichen Lichtbild-Ausweises mit Foto oder der stempelbaren Pappkarte eine Kundenkarte mit einem RFID-Chip ausgehändigt. Beim Einsteigen passiert er die RFID-Lesegeräte, wird automatisch kontrolliert und "eingebucht". Für den Fahrgast komfortabel, wird er doch nicht mehr genötigt, seinen Ausweis ständig aus der Tasche zu holen.

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