Eigenspiel stinkt
Sicherheit: Festplatten-Schaden? Ruhig bleiben!
Wenn die Platte verreckt, freut sich der Mensch... überhaupt nicht. Denn eine Festplatte ist sozusagen das Gedächtnis eines Computers. Versagt sie, sind die Daten futsch, der elektronische Knecht leidet unter Amnesie. Das wäre halb so schlimm, wenn diese Daten nicht so verdammt wichtig wären. Und wenn es dann doch passiert, reagieren viele User falsch, versuchen zu retten und zerstören dabei, was noch zu retten gewesen wäre.
Inhaltsverzeichnis
- 1Heldentod in der Kohlengrube
- 2Furche im Acker
- 3Defekte Sektoren
Festplatten haben oft ein hartes Leben: Sie schuften zum Teil 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche, mit 5400, inzwischen sogar mit 7200 Umdrehungen in der Minute. Dabei rattert tagein, tagaus der Lesekopf hin und her. Unmenschliche Bedingungen, meist eingezwängt zwischen anderen Festplatten oder gar neben einem heißblütigen DVD-Brenner, vegetiert die Festplatte ohne Frischluft-Zufuhr und direkt neben dem Höllenfeuer des Prozessors vor sich hin.
Heldentod in der Kohlengrube
Gegen den Arbeitsalltag einer Festplatte wirkt selbst das Dasein als Grubenarbeiter im Manchester-Kapitalismus wie ein Entspannungsurlaub auf den Malediven. Kein Wunder, dass den fleißigen Gesellen bei der enormen thermischen und mechanischen Belastung ohne wirkliche Ruhepausen kein langes Leben gegönnt ist. Oft genug stirbt eine Platte mitten im Dienst den Heldentod, Exitus für die Hardware und, was noch Schlimmer ist: Totalverlust der Daten.
Laute Geräusche kündigen meist an, dass die Platte aus dem letzten Loch pfeift. Mit dem Alter wird die Platte immer lauter, dann vielleicht ein kurzes Knacken, ein langes Knirschen oder ein unangenehmes Quietschen und schon haucht sie ihren letzten Atemzug aus. Je nach dem, welchen Tod die Platte stirbt, lassen sich die Daten besser oder schlechter retten. Zu retten sind sie - sofern nicht ein naseweiser User vorher Hand anlegt.
Furche im Acker
Je nach Art des Geräuschs ist die Platte nämlich noch nicht total hin. Der übelste Abgang, den ein Harddrive machen kann, ist der Headcrash. Dabei verliert der Lesekopf, der auf einer hauchdünnen Luftschicht über der Speicher-Scheibe schwebt, kurz den Auftrieb. Ungefähr so, was wenn ein Eurofighter im Tiefflug in ein Luftloch fällt. Der zieht dann eine riesige Furche in Äcker oder Wohngebiete. Nichts anderes macht der Lesekopf - die Platte ist hin.
