Angst vor dem Verschwinden
GPS-Technik: Überwacht Eure Kinder!
"Kids Protect" gibt paranoiden Eltern, was sie brauchen: Ein System, um ihre Sprösslinge jederzeit überwachen zu können. Ein GPS-Peilsender schlägt Alarm, sobald Söhnlein oder Töchterlein einen bestimmten, elektronisch abgesteckten Bereich verlässt. Zumindest, solange das Kind seinen Peilsender bei sich trägt.
Inhaltsverzeichnis
- 1Spontanes Selbstverschwinden
- 2Bei Anruf: Panik
- 3GPS ist nicht zuverlässig
- 4Abschreckung, aber kein Schutz
- 5Lieber gesunde Skepsis
Der Peilsender der Firma Kids Protect hat in etwa die Ausmaße eines Mobiltelefons. Das Gerät hält konstant Kontakt zum GPS-Satellitennetz, wodurch es möglich sein soll, den Träger des Empfanngsgeräts, also im Normalfall das Kind, jederzeit präzise zu orten. Allerdings nur, das ist ein Mangel in Sachen GPS-Technik, wenn Sichtkontakt zum Satelliten besteht. Das Gerät ist klein genug, um beispielsweise in Kleidung oder Spielzeug eingenäht zu werden.
Spontanes Selbstverschwinden
Eltern, die einen Vertrag mit Kids Protect abschließen, können eine Art virtuellen Laufstall für ihren Nachwuchs aufziehen. Dazu gehört beispielsweise der Straßenzug mit dem angeschlossenen Spielplatz. Verlässt das Kind den vordefinierten Radius, gibt das System Alarm. Sinn der Sache soll es sein, Kinder vor Entführungen und spontanem Verschwinden zu beschützen.
Nach Angaben des Anbieters kommt es dabei nicht darauf an, das Kind zu überwachen. Hypernervöse Eltern sollten deshalb zu einer anderen Lösung greifen. So geht es laut Kids Protect nur darum, den oder die Kleine vor Ungemach zu bewahren. Allerdings gibt es da das Problem mit dem GPS: Das klappt nur, solange der GPS-Sender Verbindung zum Satelliten hat und, das ist ebenfalls wichtig, solange das Kind ihn bei sich trägt.
Bei Anruf: Panik
Zwar gibt der Anbieter auf seiner Website an, dass das System "keine nahtlose Kontrolle über Kinder erlangen" könne, trotzdem kann das Gör "überall, zu jedem Zeitpunkt, extrem genau" überwacht werden. Und wenn der oder die Kleine tatsächlich mal verduftet, kriegt Mama direkt einen Anruf, selbstverständlich von Kids Protect.
Natürlich hat ein System wie Kids Protect eine gewisse Berechtigung: Jährlich kommen in Deutschland hunderte von Kindern abhanden, werden entführt, verschleppt, missbraucht und getötet. Keine Frage, dass Eltern sich wünschen, dass ihrem Kind so etwas nicht passiert. Allerdings basiert das System ausschließlich vom GPS-Empfänger ab, mit ihm steigt und fällt die Qualität und die Sicherheit des Dienstes.
