Deutsche Seite aus Kanada ausgewiesen
Sicherheit: Jugendschutz schließt Nazi-Website
Ihr Kinderlein kommet... die rechtsextreme Fraktion ist gerne dazu bereit, Kinderköpfe und die entsprechend wirren Pendants ihrer Altvorderen zu infiltrieren. Zum Beispiel über das Internet. Das Web-Portal "die-kommenden.net" war eine dieser Propaganda-Websites, hostete diverse andere Nazi-Seiten. Nun hat Jugendschutz.net die Seite dichtmachen lassen. Ein voller Erfolg, zumal es sich um einen kanadischen Hoster handelte.
Mit der Schließung des Webportals "die-kommenden" ist den Jugendschützern ein großer Coup gelungen. Denn die Neonazis wandern zusehends ins Ausland aus. Das wäre im echten Leben schön, im digitalen Leben allerdings ist es ein Problem. Denn über das Internet können sie weiterhin jeden deutschen Haushalt erreichen, während sie selbst in Deutschland wohnen. Die Websites liegen bei Providern in Kanada, den USA, Asien, eben dort, wo die ausgeprägte Meinungsfreiheit die Nazi-Botschaften zulässt.
Große Probleme im Ausland
Für Jugendschützer ergibt sich bei dieser Vorgehensweise ein großes Problem: Zum einen sind die Inhalte nach dem Gesetz des hostenden Landes kaum zu belangen. Zum anderen steuern die Hintermänner die Vorgehensweise aus Wohnzimmern in Rostock, München oder Köln und können nur selten belangt werden. Die Nazi-Websites sind auch den Verfassungsschützern ein Dorn im Auge, haben sie kaum eine Möglichkeit, gehen sie vorzugehen.
Deshalb sind Jungend- wie Verfassungschützer auf die Mithilfe der Unternehmen angewiesen, bei denen gehostet wird. Jugendschutz.net hat den kanadischen Provider cpanel.net davon überzeugen können, dass es recht sinnvoll wäre, die Nazi-Websites verschwinden zu lassen. Und tatsächlich: cpanel nahm die Website "die-kommenden.net" vom Netz.
Propaganda im Web
Weiterhin online hingegen: die-kommenden.de. Dort allerdings findet sich nur ein Link auf die stillgelegte kanadische Domain sowie einige urdeutsche Kochrezepte. Nichts also, für das die Betreiber belangt werden könnten. Die richtige Nazi-Seite ist also offline, die Strohseite in Deutschland wird nicht für Propagandazwecke benutzt. Weitere Erfolge sind abzusehen.
Jugendschutz.net wurde bereits 1997 von den Jungendministern der Bundesländer aus der Taufe gehoben. Die Vereinigung soll dafür sorgen, dass der Jugendschutz im Web eingehalten wird, eine Art Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften für das Web. Anders als die BPjS, die kritische Inhalte bestenfalls indizieren, also für den Zugriff von unter 18-jährigen sperren kann, ist Jugendschutz.net dazu beauftragt, entsprechende Webangebote komplett zu beseitigen.
Links zum Thema
- Tatort Wolfsschanze: Hitler-Attentat am PC
- Amerikanische Nazi-Hetzer-Seiten: Deutsches Gericht erlaubt Sperrung
- Nazi-Seiten: Hassgrüße von der Heimatfront
- Jugendschutz.net
