Spam findet immer weniger Beachtung
Spammer aufgepasst: Internet-Nutzer stumpfen ab
Wenn es mit Geld wäre wie mit Spam, dann hätte die Welt wohl die zur Zeit schlimmste Inflationsrate aller Zeiten. Immer mehr, immer penetranter und vor allem: Immer sinnloser. Denn die Internet-Gemeinde ignoriert die lästigen Nachrichten immer häufiger, auch ohne Spam-Filter. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie.
Inhaltsverzeichnis
- 1Verlorenes Vertrauen
- 2Keine Leser, kein Spam
- 3Ende gut, alles gut?
Spammer können sich schon einmal warm anziehen und die ein oder andere Rücklage für den Winter machen. Der könnte nämlich, zumindest in Spammer-Kreisen, schon sehr bald kommen: Das Pew Internet & American Life Project hat nämlich herausgefunden, dass amerikanische Internet-Nutzer aktuell zwar mehr Spam bekommen als noch vor einem Jahr. Doch dieser Spam wird immer weniger beachtet.
Verlorenes Vertrauen
Das ist insofern beachtlich, da die USA weiterhin eine Spam-Hochburg sind. So gaben auch rund ein Drittel der Befragten an, mehr Spam zu erhalten als noch vor einem Jahr. Trotz oder gerade aufgrund dieses Wachstums sind die Amerikaner aber auch kritischer mit E-Mail-Inhalten geworden. So verlor das Medium E-Mail gegenüber einer Vergleichsstudie im Vorjahr an Vertrauenswürdigkeit.
So sank die Rate der User, die E-Mail trauen, von 62 auf 53 Prozent. Das allerdings ist immernoch ein viel zu hoher Wert, sollte dem Medium doch im Idealfall so wenig Vertrauen wie möglich geschenkt werden. Interessanterweise fühlen sich die Befragten auch wesentlich weniger vom Spam negativ beeinflusst: Gegenüber der Vorjahresumfrage sank die Zahl derer, die sich von Spam gestört fühlten von 77 auf 67 Prozent.
Keine Leser, kein Spam
Klar zu erkennen: Offensichtlich macht Spam nichts mehr so viel aus. Er wird zunehmend nur noch als Hintergrundrauschen beim Web-Aufenthalt wahrgenommen. Spam-Nachrichten verschwinden größtenteils automatisch in den Spam-Filtern und sollte doch einmal eine Nachricht ihren Weg am Filter vorbei finden, sind sich die User nicht zu schade, diese schleunigst zu löschen.
Für Spammer bedeutet das vor allen Dingen eins: Die Preise für ihre Werbebotschaften werden sinken. Noch mehr Spam, noch niedrigere Margen, ein Teufelskreis, der abwärts zeigt. Am Ende explodiert das Netz in Abermilliarden sinnloser Spam-Nachrichten. Nach dem großen Knall wacht die Welt auf, die Vöglein zwitschern, Morgentau plätschert von satten Wiesen und es gibt keinen Spam mehr.
Ende gut, alles gut?
Nun gut, das mag übertrieben gewesen sein. Fakt ist: Wenn niemand mehr auf Spam reagiert, lohnt sich diese Vertriebsform nicht mehr. Diese Hoffnung allerdings ist utopisch. Zum einen, weil es genug Dumpfbacken gibt, die in Aussicht auf längere Penisse, bessere Erektionen, günstigere Häuser oder kostenlose Premium-Software auch bei den Spammern bestellen. Und der Gewinn ist schon bei geringster Erfolgsquote beträchtlich.
