Nerd-Deutsches Problem: IT-Sprech oft unverständlich
Vielleicht mal ab und zu eine Erklärung
Dieser Reflex fehlt wohl häufig im Zusammenhang mit Internet und Computern. "Lass Dich nicht von fremden Männern ansprechen" - einfache Grundregel für Kinder. "Du musst einen Virenscanner haben" - ebenso einfache Grundregel, genauso leicht zu merken. Und wer nicht weiß, was ein Virenscanner ist, der muss fragen, und zwar entweder das Internet oder den Kumpel. Genauso wie das Kind die Mama fragt, warum fremde Männer böse sind.
"Diese Begriffe sind eher für Programmierer passend als für normale User", meint Will Smith, Sicheheitsexperte bei AOL. Seiner Meinung erschweren solche Begriffe den Benutzern, sich zu schützen. Vielleicht wären zumindest hier deutsche Begriffe besser, letztendlich sind aber nicht die Begriffe das Problem, sondern die Erklärung dazu: "Drückerkolonne" ist auf Anhieb auch nicht eindeutig, auf Nachfrage erfährt man jedoch, dass es sich um das aggressive Verkaufen von Zeitschriftenabos an der Haustür handelt.
Trotzdem sollten sich die Verbraucherschützer angewöhnen, im Nebensatz eine kleine Erklärung zum gerade erwähnten Wort fallen zu lassen. Wichtiger ist es aber, dass sich die Nutzer bewusst werden, dass sie sich schützen müssen, und dass sie selber die Initaitive ergreifen müssen. Und wer mit einer Erklärung oder einem Tipp nicht zufrieden ist, der muss nachfragen.
Oder ist es mittlerweile schon so weit, dass Computer nur noch für Fortgeschrittene sicher benutzbar sind? Braucht man fundiertes IT-Wissen, um noch sicher im Netz unterwegs sein zu können? Sicher nicht, aber Windows ist auf dem Weg dorthin. Und Alternativen sind nicht in Sicht: Linux braucht erst recht fundiertes IT-Wissen. Und der Mac wird es auch nicht richten können: Selbst wenn er eines Tages einen großen Marktanteil erreichen sollte, wird er mit denselben Problemen zu kämpfen haben wie Windows: Viren, Trojaner, Sicherheitslücken. Spätestens dann ist klar: Für Computernutzer gehören diese Begriffe zur Allgemeinbildung.
