Spar-Midi piepst Werbemelodie
RFID: Werbejingle an jeder Ecke
Die RFID-Technologie treibt seltsame Blüten. Bisher hauptsächlich als Datenschleudern und Spionagechips verschrien, könnten die kleinen Chips demnächst auch noch akkustischen Terror machen: Ein Informatik-Student hat die Chips mit Musik ausgestattet.
Inhaltsverzeichnis
- 1Nicht Depeche Mode: Spar-Midi aus den 80ern
- 2Haaaaaribooooo!!!
- 3Gehirnwäsche am Kassenband
Es könnte eine schwere Zeit für Kassiererinnen, Ladendetektive und das Inventurpersonal werden, wenn sich die Erfindung von Florian Wesch, einem Informatik-Student aus Karlsruhe, durchsetzen sollte. Der hat RFID-Tags nämlich mit einer Möglichkeit zum musizieren ausgestattet, basierend auf der Technik eines alten Bekannten, des C64.
Nicht Depeche Mode: Spar-Midi aus den 80ern
Mithilfe des SID genannten Spar-Midi wurde in Zeiten, als Speicherplatz knapp war die Musik auf Heimcomputer gebracht. Statt wie heute mehrere Mega- oder sogar Gigabyte an Soundtrack in DVD-Qualität mitzuliefern, piepste es anfang der 1980er-Jahre in SID-Mono. Dafür kamen die Programme aber auch mit wesentlich weniger Speicherplatz aus. Obendrein war das Klingelton-ähnliche Gedudel wesentlich eingängiger als die Orchester-Sounds heutiger Spiele.
Doch das ist nur Nebensache: Florian Wesch jedenfalls hat im Rahmen seiner Diplomarbeit SID-Tracks auf den RFID-Chips gespeichert. Das allein wäre nicht sonderlich interessant, wenn es nicht auch möglich wäre, diese Musikstücke mit einem RFID-Lesegerät auszulesen. Das Lesegerät wiederum kann, eine entsprechende technische Ausrüstung vorausgesetzt, diese Tracks dann abspielen.
