Microsoft und Real statt freier Formate
Privacy-Watch: Vatikan, willige Stütze der Video-Monopolisten
Die katholische Kirche steckt in einer Umbruchphase: Der Papst ist tot, es lebe der Papst. Alles bleibt anders, nur eines bleibt gleich: Die unterstützten Video-Formate auf der Website des Vatikan-Staates. Nur Besitzer des unsäglichen Real-Players und des kaum besseren Windows Media Players dürfen sich per Livestream anschauen, wie Papst Johannes Paul II. seine letzte Ruhe findet.
Die heilige römische Kirche - ein Verein von Monopolisten? Real als erster Produzent von Streaming-Software, Microsoft als Inhaber des weltweiten Betriebsystem-Monopols? Erwiesendermaßen ist die katholische Kirche seit mehr als 2000 Jahren absoluter Monopol-Inhaber in Sachen Christentum. Zwar gab es hier und da einige kleine Sekten, die versuchten, den vatikanischen Riesen anzugreifen. Die allerdings wurde über die Jahrhunderte wahlweise bekriegt, ausgerottet oder ignoriert.
Die Einstellung der katholischen Kirche gegenüber den gerne zitierten Themen Gleichberechtigung, Verhütung und Zölibat kann jeder sehen, wie er möchte, diese Website hier ist ein Technik-Magazin, also wird auch über technische Inhalte geschrieben. Dummerweise verhält sich der Vatikan in Technikfragen kaum anders als zum Zölibat und der Gleichberechtigung. Man behält, was sich bewährt hat. Dass man anderen damit vielleicht auf die Füße tritt? Egal! Oder gibt es für andere Betriebssysteme als Windows eine vernünftige Software für Real- und WMA-Inhalte?
Mac-User, Linux-User und all die anderen Freunde von alternativen Betriebssystemen können keinen so leichten Blick auf den vatikanischen Live-Stream werfen. Dabei wäre es doch so einfach, ein freies Streaming-Format zu verwenden, das auf allen Betriebssystemen verwendet werden kann. Aber nein: Papstbeerdigung per Vatikan-Stream ist nur was für den exklusiven Club der Windows-Nutzer.
