T63 Artemis verteilt Flugblätter
Japan: Polizeiroboter im Einsatz
Roboter bei der Polizei - bisher eher eine nicht all zu angenehme Version aus Science-Fiction Machwerken wir Robocop - könnten schon sehr bald Realität werden. Die Japaner, von Natur aus Freunde des künstlichen Sklaven, sind der restlichen Welt mal wieder einen Schritt voraus: Ein Polizeiroboter namens T63 durfte in der Stadt Fukuoka für einen Tag den menschlichen Kollegen helfen.

Zuversichtlich sind sie schon, die Entwickler von T63 "Artemis". Artemis ist der Name der griechischen Göttin der Jagd. Ein Jäger allerdings ist T63 noch nicht: Die rollende Blechbüchse ist meilenweit von ihren großen Science-Fiction-Vorbildern Terminator und Robocop entfernt. Statt auf zwei Beinen düst der 1,57 Meter kleine Winzling auf Rädern durch die Gegend.
Schleichen auf Rollen
Wobei "düsen" wohl auch übertrieben wäre. Als Jagdgott muss der kleine dann doch noch zulegen, seine Autonomie beschränkt sich auf das umfahren von Hindernissen. Entsprechend wird er zur Zeit vor allem als Überwachungs-Roboter eingesetzt. Er übernimmt Nachtwächter-Tätigkeiten, kann Auffälligkeiten melden und notfalls auch die "echten" Kollegen rufen. In ein paar Jahren soll er private Sicherheitsdienstleister komplett ersetzen können.
Zur Zeit allerdings ersetzt er niemanden, sondern hilft. Zum Beispiel beim Verteilen von Flugblättern im Rahmen einer Verkehrssicherheits-Kampagne. Dazu musste die Polizei von Fukuoka den kleinen Blech-Schrat natürlich nicht zum Polizeichef ernennen, tat es aber trotzdem. Die PR-Kampagne für Polizeiroboter sicherte T63 den Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde als erster vollelektronischer Polizeichef der Welt.
Leider ohne Donut-Antrieb
Die Roboter-Kampagne wurde im Rahmen der Welt-Ausstellung in Japan durchgeführt. Hier sind acht Roboter damit beschäftigt, nachts auf dem Expo-Gelände für Ordnung zu sorgen. Der mechanische Polizeichef sollte die Aufmerksamkeit der Leute auf Roboter-Technologie lenken, zumal diese eins der Kernthemen der Weltausstellung sind. Anders als seine menschlichen Kollegen läuft T63 allerdings noch mit Batterie- und nicht mit Donut-Antrieb. Er ist damit noch kein vollwertiges Mitglied der Polizeigewerkschaft.
Glücklicherweise war der Roboter nicht am 20. März 2005 Polizeichef von Fukuoka. An diesem Tag wurde die Region von einem Erdbeben der Stärke 7 auf der Richterskala heimgesucht, bei dem es einen Toten und mehrere hundert Verletzte gab. Die künstliche Intelligenz des Polizeichefs hätte für sinnvolle Entscheidungen nicht ausgereicht.
