Google soll Betrug bei Anzeigen geduldet haben - Klickbetrug als Bedrohung für die gesamte Branche?
Klickbetrug: Google vor Gericht
Internet & Netzwelt
Normalerweise geht Google selbst gegen Klickbetrüger vor, jetzt muss sich der Suchmaschinen-Betreiber deswegen vor Gericht verantworten. Außerdem beklagt werden Yahoo, AOL, Ask Jeeves, Lycos, Walt Disney und andere, wie das Wall Street Journal berichtet.
Der amerikanische Online-Händler Lane's Gifts & Collectibles verklagt die Suchmaschinenbetreiber wegen angeblicher Absprachen untereinander. Sie sollen betrügerische Klicks wissentlich mit den Kunden abgerechnet haben. Keines der Unternehmen hat sich laut Wall Street Journal dazu geäußert.
Zahlen für gar nichts
Auch ohne die Klage ist Klickbetrug für die Suchmaschinenbetreiber ein großes Problem: Die Werbekunden schalten Anzeigen, die nach der Klickrate bezahlt werden. Konkurrenten der Anzeigenkunden klicken dann entweder manuell oder mit einem Klickbot, einem kleinen Programm, häufig auf Anzeigen. Die muss der Werbekunde dann bezahlen, obwohl ihm die Klicks gar keinen Umsatz bringen.
Dabei variieren die Preise für einen Klick stark: Je nach Suchwort ist ein Klick auf die passende Anzeige zwischen 5 und 50 US-Cent wert. Bei manchen Suchbegriffen werden aber auch bis zu 50 Dollar bezahlt - pro Klick. Solche astronomischen Preise werden aber nur selten bezahlt. Meist sind es Anwaltskanzleien, die in Zusammenhang mit großen Schadensersatzprozessen nach weiteren Mandanten suchen.
Kleinvieh macht auch Mist
Doch auch mit kleinen Beträgen können Klickbetrüger großen Schaden anrichten: Für ein Suchwort wie "Klingelton" werden Beträge zwischen 20 und 50 Cent fällig. Klickt nun ein Bot einen Monat lang 1000 Mal pro Tag auf eine Anzeige, werden für den Werbekunden im schlimmsten Fall 15.000 Euro fällig - aber kein einziger Kunde hat deswegen etwas gekauft.
Für Google selbst sind Klickbetrüger letzten Endes auch gefährlich: Der Verkauf von Werbung ist fast die einzige Einnahmequelle, zweifellos aber die größte. Deswegen bedroht der Klickbetrug das ganze Geschäft: Wenn niemand mehr den Google-Adwords glaubt, muss sich Google nach anderen Werbformen umsehen oder auf die Einnahmen verzichten.
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