Woher kam sie, wer nahm sie?
Brisante Festplatte: Brandenburger rätseln über Herkunft
Brisante Daten - wohin mit alten Datenträgern? Die brandenburgische Polizei war sich da nicht ganz sicher und hat die Kiste "Schredder" wohl mit der Kiste "Ebay" verwechselt. Mit dem Erfolg, dass die Platte laut Spiegel-Informationen beim Online-Auktionshaus landete. Nun rätselt das brandenburgische Innenministerium über die Herkunft der Platte.
Dummerweise hält sich das Nachrichtenmagazin mit Informationen zurück. Wer hat den brisanten Datenträger? Wo kam er her? Was machte er bei Ebay und wer hat ihn verkauft. Das brandenburgische Innenministerium ist wegen des Vorfalls ordentlich am rotieren: "Wir haben die Platte nicht und kennen weder Käufer noch Verkäufer", so Dorothee Stacke, Sprecherin des Ministeriums.
Ermittlungen eingeleitet
Die Ermittlungsbehörden reagierten erst einmal so, wie sie es gewohnt sind: Sie erstatteten Anzeige gegen Unbekannt. Schon kommenden Montag soll das Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Potsdam eingeleitet werden. Im Ministerium hofft man nun auf Aufklärung, denn die Daten auf der Festplatte waren durchaus vertraulich und nicht für die Augen von Normalsterblichen geeignet.
Die Festplatte soll nach Angaben des Spiegels einen ganzen Batzen brisante Daten enthalten haben, darunter Alarmpläne, Krisenstäbe, Einsatzbefehle und interne Mitarbeiter-Listen. Die Festplatte wurde von einem Student bei Ebay für 20 Euro ersteigert. Dieser hatte die Listen zufällig gefunden und vor dem Kauf nichts von der kostenlosen Dreingabe gewusst.
Kommenden Donnerstag
Am kommenden Donnerstag wird Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) im Innenausschuss des Landtags über das Platten-Problem berichten. Zur Zeit ist bereits eine Ermittlungsgruppe und eine Prüfgruppe mit dem Fall beschäftigt. Die Seriennummer der Festplatte würde den Ermittlern helfen, herauszufinden, auf welchen Kanälen die Festplatte in Ebay gelangen konnte. Der Spiegel allerdings gibt keine Daten heraus.
Hier ist auch der Knackpunkt: Die Geschichte klingt ein wenig haarsträubend, denn normalerweise werden Festplatten der Behörden durch Fremdfirmen gelöscht. Offensichtlich ist entweder eine Platte vom LKW gefallen oder es handelt sich um einen verspäteten Aprilscherz. Vielleicht mochte Spiegel Online den eDonkey-Aprilscherz der Netzwelt noch toppen.
Links zum Thema
- Artikel in Spiegel Online
- Peinlich: Vertrauliche Polizei-Daten bei Ebay versteigert
- Polizei kommt Konsolen-Modder auf die Schliche
