Internet-Anleitungen: Wie baue ich eine Bombe?

Regungslose Politik

Bereits vor rund einem Jahr arbeiteten Bundesinnenminister Otto Schily und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries einen Massnahmenkatalog aus, der sich mit den Gefahren durch die Web-Bomberei und ihrer Abstellung befasste. Seitdem ist nichts passiert, die Politik hält sich zurück, einzuschreiten. Warum auch, sind Bomben-Attentate doch gute Gründe, um die allgemeine Terror-Angst zu schüren. Und die Bürger damit in einen Polizeistaat zu drängen.

So sind es auch alle Schichten, die sich die Bomberei zum Hobby gemacht haben. Professoren mischen den Sprengstoff, Studenten verkaufen die selbstgerührten Ergebnisse und verschicken sie per Post. Wenn also demnächst ein Päckchen nicht ankommen sollte, ist es wohl mit dem entsprechenden Paketzentrum in die Luft geflogen.

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Kampf gegen die Hydra

Die Experten von Pan-Amp betrachten die Situation als "katastrophal". Die Tatenlosigkeit der Politik fördere den privaten Bombenbau noch zusätzlich. Zumal die Homegrown-Sprengsätze auch gefährlich sind: Gerade die aus Küchenmitteln zusammengefummelten Bomben lassen sich recht einfach durch die Flughafen-Kontrolle schmuggeln.

Allerdings ist auch höchst fraglich, ob die Politik überhaupt etwas gegen die Websites der Bomben-Bastler unternehmen kann. Zwar werden die Seiten oft genug dicht gemacht, doch der Kampf der Schutzmänner gegen die Bombenbauer gleicht dem Kampf des Herakles gegen die neunköpfige Hydra: Jedesmal, wenn ein Kopf abgeschlagen wird, wachsen zwei neue nach.

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