Angst vor Sprengstoff-Bastlern
Internet-Anleitungen: Wie baue ich eine Bombe?
Pauschalreisen, Schlangestehen, Nachbarschaftszwistigkeiten: Es gibt viele Situationen, in denen sich der ein oder andere Zeitgenosse eine Bombe wünscht, um mal so richtig aufzuräumen. Das Internet kann in solchen Fällen weiterhelfen. Allerdings finden Ermittlungsbehörden so etwas überhaupt nicht komisch. Entsprechende Seiten werden aus dem Web gefiltert.
Inhaltsverzeichnis
- 1Beliebtes Hobby
- 2Anleitungsweise Rambo-Zubehör
- 3Regungslose Politik
- 4Kampf gegen die Hydra
Beliebtes Hobby
Bombenbau ist in Deutschland verboten. Mehr gäbe es dazu eigentlich auch nicht zu sagen, wäre da nicht der Reiz des Verbotenen. 32.651 Bombenbau-Anleitungen filterte allein das Filter-Unternehmen Pan-Amp aus dem Netz, die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen seit 1995. Bombenbau ist "in", entsprechend hoch ist die Zahl der einschlägigen Angebote.
Besonders Jugendliche sind auf dem Sprengstoff-Trip, bieten die Bauanleitungen auf ihren Websites und Weblogs an. Wer möchte, kann drauf zugreifen, lesen und verstehen, wie mit Küchenmitteln Sprengstoffe hergestellt werden können und wie man eine Bombe mit grösstmöglicher Sprengkraft baut. Besonders Plastik-Sprengstoffe sind beliebt, sind sie doch vergleichsweise leicht herzustellen und leicht zu verarbeiten und zu verstecken.
Anleitungsweise Rambo-Zubehör
Unter den Bauanleitungen befinden sich Bomben jeder Bauart, wie man sie aus Agentenfilmen kennt: TNT-Kracher, C4-Bruzzler, Auto-Böller, Brief-Cracker und Überraschungs-Sprengfallen. Die Grundausstattung eines Rambo-Films - in deutschen Schulen und Städten wirken sie eher deplatziert. Einmal abgesehen davon, dass die Bauanleitungen auch die Gefahr beinhalten, dass jemand die Sprengerei ernst nimmt und möglicherweise live ausprobiert.
Doch nicht nur Bomben sind im Angebot. Mit recht einfachen Mitteln lassen sich auch Schusswaffen konstruieren, Gase mischen und schlimmstenfalls sogar Viren und Bakterien für eine Pandemie züchten. Allerdings beisst dabei in den meisten Fällen der Bastler als erster ins Gras, denn zumindest für Gas und Bazillen sind schon komplexere technische Anlagen vonnöten. Und die hat eben nicht jeder Nachwuchs-Terrorist im Bombenkeller.
