Es kann alle treffen
Kinderpornos: CDU-Politiker unter Verdacht
Sicherheit
Es sind nicht immer nur die netten ledigen Herren von nebenan, die unter Verdacht des Kindesmissbrauchs fallen. Manchmal trifft es auch Prominente. Erst den aus der RTL-Serie "Die Camper" bekannten Schauspieler Willy Thomczyk, Codename "Der Bruzzzlaar", nun einen hamburger CDU-Abgeordneten. Dieser soll kinderpornographisches Material besessen und über das Netz verbreitet haben.
Beschlagnahmte Rechner
Bei Kindesmissbrauch verstehen die Ermittlungsbehörden glücklicherweise keinen Spass, auch wenn dabei Köpfe der politischen Führung rollen. Der Hamburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Clemens Nieting erhielt am vergangenen Mittwoch unangenehmen Besuch von der Staatsanwaltschaft, der Polizei und dem Ordnungsamt. Die Wohnung wurde durchsucht, zahlreiche Datenträger und der Computer des Verdächtigen wurden beschlagnahmt.
Das Ermittlungsverfahren gegen den 40-jährigen lautet auf "Verdacht der Verbreitung und des Besitzes kinderpornographischer Darstellungen", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Verdacht war auf den Abgeordneten gefallen, nachdem die Polizei im Jahr 2003 einen internationalen Kinderporno-Ring ausgehoben hatte. Dabei waren auch die Namen der Kinderporno-Kundschaft in die Hände der Polizei geraten. 4000 Personen wurden seither in Deutschland zur Verantwortung gezogen, darunter Lehrer, Richter, Pfarrer, Polizisten.
Schaden für die Partei
Clemens Nieting soll nach Angaben seiner Abgeordneten-Kollegen eine ausgeprägte Thailand-Sehnsucht haben. Der Abgeordnete sei obendrein solo, das klassische Täter-Profil in Sachen Kindesmissbrauch also. Nieting legte inzwischen sein Bürgerschafts-Mandat niedergelegt. Zu gross ist das Risiko, seine Partei mit den unangenehmen Meldungen zu schädigen.
Wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten, drohen dem Politiker mehrere Jahre Gefängnis. Das ist nur gerecht, wird den Opfern aber wohl kaum helfen. Dazu sind zu viele Kinderschänder unterwegs, zu geschlossen die Reihen der Kinderpornographie-Fraktion. Doch die Fahndungserfolge können zumindest dafür sorgen, dass sich Kinderschänder nicht mehr trauen, ihrem perversen Hobby nachzugehen.
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